DFL-Chef Seifert
Fußball-Bundesliga wird teurer

Die Bundesliga dreht die Preisschraube nach oben. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) plant die Preise für die Fernseh- und Internetrechte anzuheben. Im Interview mit dem Handelsblatt deutet DFL-Chef Christian Seifert zudem an, dass er sich einen noch späteren Beginn der ARD-Sportschau vorstellen kann.

Handelsblatt: In diesem Jahr planen Sie die Fernsehrechte der Bundesliga ab der Saison 2009/2010 für drei Jahre zu vergeben. Hat die ARD mit ihrer "Sportschau" am Samstagabend eine Bestandsgarantie?

Christian Seifert: Die Sportschau steht nicht unter Naturschutz. Schon deshalb nicht, weil es ein neutrales Vergabeverfahren geben wird.

Kann sich die Liga vorstellen, die beliebte Sendung zeitlich noch weiter nach hinten zu schieben?

Ich schließe nichts aus. Schon bei der vergangenen Ausschreibung wurde die Sportschau von 18.00 auf 18.30 Uhr verlegt. Davon ist die Fernsehwelt nicht untergegangen. Eines ist klar: Je später die Sportschau ausgestrahlt werden soll, desto teurer werden die Live-Rechte an der Bundesliga. Exklusivität ist nun mal das teuerste Gut im Fernsehgeschäft. Darauf muss sich Premiere einstellen.

Das letzte Mal zahlte die ARD rund 100 Mill. Euro für die Übertragungsrechte. Ist das nicht zu viel Geld für ein paar Zusammenfassungen?

Gegenfrage: Wie viele TV-Inhalte können Sie mir nennen, die regelmäßig sechs Millionen Zuschauer vor den Bildschirm ziehen und über 30 Prozent Marktanteil schaffen? Für die Öffentlich-Rechtlichen ist die Bundesliga ein preiswertes Produkt. Der Zuschauer zahlt monatlich weniger 30 Cent seiner Gebühr für die Bundesliga. In Anbetracht der enormen Popularität beim Zuschauer halte ich das für nicht zu teuer.

Das ZDF soll angeblich für das "Sportstudio" am späten Samstagabend nur rund 16 Millionen Euro zahlen, so viel wie zwei deutschen Miniserien kosten. Streben Sie eine Preiserhöhung künftig an?

Ich gehe von einem moderaten Wachstum der Einnahmen aus. Die Bundesliga ist angesichts de Zuschauerinteresses ein bisher preiswertes Produkt. Wir müssen aber auch erkennen, dass der deutsche Markt über eine begrenzte Kaufkraft verfügt. Das gilt auch für Sportrechte.

Hoffen Sie auf zusätzliche Einnahmen durch das Handy-TV, das ja noch in Anfängen steckt?

Ich glaube, Handy-TV kann Erfolg haben, wenn es dem Zuschauer attraktive Inhalte bietet. Die Bundesliga Live zu verfolgen, z. B. wenn man unterwegs ist, ist eine Killerapplikation.

Das Gespräch führte Hans-Peter Siebenhaar

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