DHL-Kooperation mit Ford

Die Post gibt Gas mit Elektro-Lieferwagen

Die Post ist einer der größten Fuhrparkbetreiber in Deutschland – und damit ein großer Umweltverschmutzer. Deshalb setzt der Vorstand massiv auf E-Fahrzeuge. Bis 2025 hat sich die Post ein ehrgeiziges Ziel gesetzt.
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Wachstum mit Weitsicht – die Gründe für den Post-Boom

Wachstum mit Weitsicht – die Gründe für den Post-Boom

KönigswinterGeräuschlos steuert Frank Heck sein gelbes Auslieferungsfahrzeug durch die engen Gassen von Vinxel. Das 1500 Seelen-Dorf in der Nähe von Königswinter bei Bonn wirkt auf den ersten Blick wie ausgestorben. Das morgendliche Vogelgezwitscher ist das einzige Geräusch, unterbrochen nur durch das kurze Aufheulen einer Motorheckensäge. Seit 38 Jahren trägt Heck Briefe und Pakete für die Deutsche Post in der sogenannten Verbundzustellung aus. Und der 55-Jährige gehört zu den ersten Postlern, die einen Streetscooter fahren dürfen – seit vier Jahren. Rund 500 Haushalte steuert der Postboote täglich an.

Das elektrogetriebene Auto der Modellreihe Work gehört zu einer Flotte von inzwischen rund 3000 E-Autos, die Briefe und Pakete bundesweit befördern. Wie der Modellname verrät, ist das Auto ein Arbeitstier: Ohne Beifahrersitz, kein Schnickschnack – aber praktisch für den Zusteller. „Das Auto erleichtert mir die Arbeit erheblich“, sagt Heck. Kuppeln, schalten, aussteigen, zustellen und wieder von vorn – das war einmal. „Der Streetscooter schont meine Knie“, schmunzelt Heck und öffnet die Heckklappe des Fahrzeugs.

Im Inneren stapeln sich Pakete unterschiedlicher Größe. Aber es gibt noch Platz für mehr. Neben dem Fahrersitz steht ein Behälter gefüllt mit Briefen. Heute hat Heck Glück, die Zahl der Pakete hält sich in Grenzen, in sechs Stunden könnte er mit der Arbeit fertig sein, schätzt er.

Ein gelbes Sammelsurium
Schwindendes Kerngeschäft
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Nur noch ein Viertel trägt die Brief- und Paketzustellung zum 60 Milliarden Euro schweren Umsatz der Deutschen Post bei. Was kaum jemand weiß: Die Keimzelle des weltgrößten Logistikkonzerns ist 526 Jahre alt und geht auf den Habsburger Kaiser Maximilian zurück, der Franz von Taxis 1490 zu seinem Postmeister ernannte.

Gelb und Schwarz
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Noch heute trägt Deutschlands Post mit Gelb und Schwarz die Farben des österreichischen Herrschergeschlechts. Doch E-Mail und SMS verdrängen zunehmend Brief und Postkarte, sodass sich der Bonner Dax-Konzern auf benachbarte Geschäftsfelder konzentriert.

Eilige Zustellungen
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2002 kaufte die Deutsche Post den 1969 in San Francisco gegründeten Expressdienst DHL – und stieg damit in den Versand eiliger Sendungen ein. Über das weltweite Zustellnetz finden Dokumente und kleinere Ersatzteile ihren Adressaten oft schon am Folgetag der Sendungsaufgabe.

Schwere Lasten
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Ins internationale Speditionsgeschäft stieg die Deutsche Post 1999 mit dem Kauf des Frachtvermittlers Danzas ein. Seither gehören die Bonner, die dem neuen Geschäftsbereich später die Marke „DHL“ verpassten, zum Spitzentrio in der Luft-, See- und Lkw-Fracht.

Lagerservice
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Für umgerechnet 5,6 Milliarden Euro erwarben die Bonner 2005 den britischen Lagerservice-Anbieter Exel, um dessen Dienstleistungen danach unter der Marke „DHL“ anzubieten. In konzerneigenen Lagerhallen kommissioniert die Post-Tochter beispielsweise komplette Bausätze für Audi-Türen, um sie anschließend nach Ingolstadt zu liefern. Auch Pharmahersteller wie Stada sind Großkunden. Für sie verpackt DHL Medikamente und kommissioniert sie für die unterschiedlichen Absatzmärkte.

Lieferungen aus der Luft
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Seit drei Jahren tüftelt die Deutsche Post an unbemannten Flugobjekten, sogenannten Drohnen, die sie regelmäßig zur Nordsee-Insel Juist oder in den Alpen fliegen lässt. Über die Testphase ist das Projekt noch nicht hinausgekommen, weil behördliche Genehmigungen fehlen.

Supermarkt auf Rädern
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Durch den Einstieg beim Online-Versender Allyouneed ist die Deutsche Post seit kurzem auch Anbieter von Lebensmitteln. Innerhalb weniger Stunden liefert die Konzerntochter Erdbeeren, Hähnchenbrustfilets oder Katzenstreu bundesweit bis vor die Haustür.

Die Post setzt sei einigen Jahren auf Elektromobilität. „Bis 2025 sind 70 Prozent unserer Zustellung grün“, verspricht Jürgen Gerdes, im Post-Vorstand zuständig für Pakete, Briefe und eCommerce. Bis 2050, so die Ziele des Vorstands, soll die Zustellung CO2-frei und die gesamte Fahrzeugflotte auf E-Autos umgestellt sein.

Grund zum Umdenken hat die Post allemal: Das Unternehmen unterhält weltweit eine Flotte von 92.000 Fahrzeugen, darunter auch dieselgetriebene Dreckschleudern. Vom gesamten Fuhrpark der Post sind alleine auf dem Heimatmarkt rund 47.000 Fahrzeuge im Einsatz. Und nun machen große Städte Druck – wie Stuttgart, München und Hamburg. Um was gegen die dicke Luft in den Innenstädten zu tun, denken sie laut über Fahrverbote nach.

Die Flotte der Zukunft
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