DHL will als Paketdienst in Indien antreten
„Gib mir Geld oder es knallt“

Wie alle großen Logistikkonzerne wittert auch die Post mit DHL in Indien ein riesiges Transport-Geschäft. Doch der Einstieg im indischen Zukunftsmarkt gestaltet sich mitunter als großes Abenteuer.

Wenn der Postbote in Indien zum ersten Mal an der Haustür klingelt, kommt es für Ausländer gelegentlich zu einer kulturellen Begegnung der besonderen Art. „Gib mir Geld, oder ich verbrenne deine Post“, schnauzt der kleine Mann mit dem Fahrrad. Eine wahre Geschichte. Nur ein beherztes Auftreten und die Drohung mit einem „guten Bekannten“, dem Wirtschaftsminister, retten die Postzustellung. Die indische Post gilt übrigens mit 155 000 Postämtern als die größte der Welt – so weit die Statistik. Willkommen in Indien. Willkommen im Chaos.

Die Aktionäre der Deutschen Post brauchen aber deshalb keine weichen Knie zu bekommen. Post-Chef Klaus Zumwinkel will nicht ins indische Briefgeschäft einsteigen – noch nicht. Doch wie alle großen Logistikkonzerne wittert auch die Post mit DHL in dem aufstrebenden Land ein riesiges Transport-Geschäft. Konkurrenten wie die US-Paketdienste UPS und Fedex, aber auch der Bahn-Spediteur Schenker und Kühne & Nagel konzentrieren sich aber wie bisher auch DHL auf den grenzüberschreitenden Verkehr. Keiner hat es bislang gewagt, als Paketdienst in Indien anzutreten – mit Ausnahme der Post.

Doch auch Zumwinkel ist offenbar durch Geschichten wie die vom Postboten vorgewarnt gewesen. Er setzt auf Übernahmen heimischer Spediteure. Für 163 Mill. US-Dollar hat er sich an dem größten, der Blue Dart beteiligt. Damit hat DHL noch vor UPS und Fedex einen Fuß in der Tür zum Wachstumsmarkt. Blue Dart kennt sich aus – und wenn die Pakete dann einmal nicht so schnell beim Kunden sind (oder in Rauch aufgehen), ist das eben Schicksal – Karma sagen die Inder. Als Zumwinkel in Bangalore eine Frachtmaschine des Partners besichtigt, steht er erst einmal im Regen. Kein Problem, in Indien ist alles anders. Regen ist ein Symbol für Glück.

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