DHL will zukaufen
Post-Filialnetz soll nicht weiter ausgedünnt werden

Auch nach der Liberalisierung des deutschen Briefmarkts rechnet Postchef Klaus Zumwinkel nicht mit tiefen Einschnitten in das Filialnetz.

HB BERLIN/BONN. „Ich gehe davon aus, dass das Filialnetz nach 2008 etwa in der heutigen Größe erhalten bleiben wird“, sagte Zumwinkel dem „Tagesspiegel“ (Montag). Derzeit hat die Post etwa 12 500 Filialen. Allerdings hänge das auch von den rechtlichen Rahmenbedingungen ab. Nach einem möglichen Regierungswechsel rechne er nicht mit wesentlichen Veränderungen bei der Postpolitik.

Der Postchef äußerte sich zudem zuversichtlich, dass es auch nach 2008 einen Beschäftigungspakt bei der Deutschen Post geben wird. Die jetzige Vereinbarung läuft im Frühjahr 2008 aus. „Seitdem ich dabei bin, haben wir auf betriebsbedingte Kündigungen bei der Deutschen Post verzichtet. Ich kann mir deshalb gut vorstellen, dass dies auch in die Zukunft verlängert wird.“

Zumwinkel rechnet mit wachsenden Gewinnen aus dem Logistik- und Expressgeschäft sowie der Postbank. Beim Gewinn aus dem Briefgeschäft solle der aktuelle Stand von zwei Mrd. € verteidigt werden. Deshalb rechne er auch mit einer zunehmenden Verschiebung beim Gewinnbeitrag hin zu Geschäftsfeldern neben dem Brief. „Vor dem Hintergrund werden wir das Ziel Fifty-Fifty vor der Liberalisierung des deutschen Briefmarktes erreichen.“ Derzeit steuert das Briefgeschäft noch 60 % des Konzerngewinns bei.

Der Vorstand der Post-Tochter DHL, Frank Appel, kündigte Übernahmen in der Logistik an. „Wir suchen Zukäufe vor allem in Amerika und Asien. Dabei reden wir über kleine bis mittlere Firmen mit Umsätzen von zehn bis 150 Mill. €“, sagte er der Tageszeitung „Die Welt“ (Montag). Für die Übernahmen solle ein niedriger dreistelliger Millionenbetrag ausgegeben werden. In Osteuropa wolle die Post-Tochter hingegen selbst investieren und eigene Netzwerke aufbauen.

Appel bestätigte, dass DHL Logistik auch den letzten Teil der Logistiksparte des angeschlagenen Handelskonzerns Karstadt-Quelle übernehmen will. „Wir führen auch darüber mit Karstadt-Quelle Gespräche“, sagte er. Die Post-Tochter hat bereits die Warenhaus- und Kundenbelieferung von Karstadt-Quelle übernommen. Allerdings dauern die Prüfungen des Bundeskartellamts dazu länger als zunächst angenommen. „Ich erwarte nicht, dass das Kartellamt den Kauf ablehnen wird“, zeigte sich der Manager aber zuversichtlich.

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