Diätsparte
Nestle sucht Käufer für Jenny Craig

Der Großkonzern Nestle reagiert mit einem Verkauf auf rückläufige Umsatzzahlen. Das Schweizer Unternehmen will seine Diätsparte Jenny Craig verkaufen. Weitere bekannte Firmenbereiche sollen folgen.
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New York/London/ZürichBeim Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestle wird der Verkauf von Geschäftsbereichen konkret. Der Weltmarktführer soll laut Insidern einen Interessenten für seine Diätsparte Jenny Craig suchen. Mit dem Verkaufsprozess sei die US-Investmentbank Goldman Sachs beauftragt worden, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen in der Nacht zum Dienstag. Weder Nestle noch Goldman Sachs wollten sich dazu äußern.

Nestle hat wegen des immer langsamer wachsenden Umsatzes mehrere Geschäftsbereiche zur Disposition gestellt. „Wenn ein Bereich nicht gut läuft, werden wir das in Ordnung bringen oder den Bereich loswerden“, hatte Konzernchef Paul Bulcke Anfang Oktober bei einer Investorenveranstaltung gesagt. Es gebe im Unternehmen eine entsprechende Liste. Die Zahl der Bereiche, die in Ordnung gebracht werden sollen, sei größer als die Zahl derer, die wegfallen sollen. Insidern zufolge soll Nestle auch einen Käufer für den Energieriegel-Hersteller PowerBar suchen.

Die Anleger lockte die mögliche Trennung von Jenny Craig kaum aus der Reserve. Die Nestle-Aktien verloren im Rahmen des Sektors 0,4 Prozent auf 61,05 Franken.

Nestle hatte Jenny Craig im Jahr 2006 für 600 Millionen US-Dollar von Finanzinvestoren übernommen. Analysten schätzen, dass die Marke weniger als ein Prozent zum Konzernumsatz besteuert, der im Vorjahr umgerechnet 75 Milliarden Euro betrug. Nestle-Finanzchefin Wan Ling Martello zufolge hinkt das australische Unternehmen den Erwartungen des Managements deutlich hinterher. Die Sparte, die im Wettbewerb mit Anbietern wie Weight Watchers International, Nutrisystem, Medifast und Herbalife steht, leidet unter der Konkurrenz durch Fitness- und Diätangebote im Internet.

Nestle hat eine Vielzahl von Produkten im Angebot - von Nescafe, Schokolade und Mineralwasser über Tierfutter bis hin zu Maggi-Suppen und Gesundheitsnahrung. Das Wachstumsmodell des Konzerns zeigte angesichts schwächerer Konjunktur und schlechten Wetters zuletzt Risse. Im ersten Halbjahr lag das Umsatzplus mit 4,1 Prozent zum ersten Mal seit 2009 unter dem Ziel von fünf bis sechs Prozent. Nestle blieb damit auch hinter dem Rivalen Danone zurück. Analysten empfehlen Anlegern, eher in Aktien der Franzosen und auch in Unilever-Titel zu investieren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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