Die Aufspaltung in vier Fluggesellschaften zeigt Ergebnisse
SAS-Chef sieht Wende im kommenden Jahr gesichert

Jörgen Lindegaard, Vorstandschef des skandinavischen Luftfahrtkonzerns Scandinavian Airlines Systems (SAS), wittert Morgenluft: „Wir werden unser Planziel, im Jahr 2005 zurück in den schwarzen Zahlen zu sein, erreichen“, zeigte sich Lindegaard optimistisch. „Wir sind voll im Zeitplan bei der Restrukturierung der SAS“, betonte er im Gespräch mit deutschen Journalisten in Stockholm.

STOCKHOLM. Bis September 2004 seien bereits 81 Prozent der vorgesehenen Kostenreduzierung realisiert worden. Auch beim sensiblen Personalabbau wurde demnach mit 64 Prozent das Ziel erreicht. Die Restrukturierung sieht Kosteneinsparungen von 14 Mrd. schwedische Kronen (1,5 Mrd. Euro) und den Abbau von 6 000 Arbeitsplätzen (von 30 000) vor. „Kein Bereich bleibt verschont“, sagte der SAS-Chef – und hob sein eigenes Opfer hervor: „Ich habe keinen Chauffeur mehr und fahre meinen Volvo wieder selber.“

Seinen vorsichtigen Optimismus begründete Lindegaard mit den operativen Ergebnissen im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2004. Zwar war der Nettoüberschuss auf 68 (699) Mill. skr gesunken. Doch besser als an dieser Nettoziffer ließen sich Fortschritte in der Restrukturierung am operativen Ergebnis ablesen.

So verbesserte sich das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von Juli bis September trotz großer Überkapazitäten am Markt wenn auch nur „marginal“ (Lindegaard) um 16 Mill. skr auf knapp 1,8 Mrd skr (rund 196 Mill. Euro) gegenüber 1,7 Mrd. skr im dritten Quartal 2003, auch wenn die operative Umsatzrendite auf 11,4 (11,6) Prozent sank. Das Ergebnis vor Steuern, Kapitalgewinnen und Sonderposten legte im dritten Quartal noch stärker zu: Es stieg um 37 Mill. skr auf 153 (116) Mill. skr.

Ulrich Horstmann, Luftfahrtexperte bei der Bayerischen Landesbank, stimmt Lindegaards positiver Sicht zu. „Als Fluggesellschaft der zweiten Klasse hat sich SAS wieder besser positioniert“, urteilt er. „Die Programme zur Senkung der Kosten und der Umbau des Konzerns beginnen offenbar zu greifen – das wird die Kursfantasie beflügeln.“

Neben dem massiven Stellenabbau hatte die SAS im Frühjahr die Aufteilung der Fluggesellschaft in vier Unternehmenseinheiten beschlossen, nämlich in eine dänische, eine norwegische, eine schwedische und in eine interkontinentale. „Das hat sich bewährt“, sagt Lindegaard. Die Zerlegung sei vor allem vor dem Hintergrund der sehr komplizierten Tarifverhandlungen in den drei Ländern zu sehen. Die SAS-Manager mussten bisher stets mit 39 verschiedenen Gewerkschaften sprechen. Durch die Aufteilung in nationale Gesellschaften, die aber unter dem Holding-Dach der SAS Group firmieren, seien die Verhandlungen deutlich vereinfacht worden, sagte der SAS-Chef.

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