Die Baustellen des Bahnchefs
Grubes Umbau ist erst der Anfang

Der Aufsichtsrat der Bahn hat den größten Konzernumbau seit Jahrzehnten abgesegnet. Doch mit den Personalien sind die Probleme noch nicht gelöst. Die Zahlen zeigen, dass Rüdiger Grubes Reform erst am Anfang stehen kann.
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DüsseldorfFür Bahnchef Rüdiger Grube ist der heutige Montag ein entscheidender Tag. Mit einem beispiellosen personellen Revirement im Topmanagement will der 63-Jährige das Staatsunternehmen wieder auf Wachstums- und Gewinnkurs bringen. Der Aufsichtsrat hat auf seiner Sitzung am Nachmittag das Konzept abgesegnet. Insgesamt vier Vorstände werden das Unternehmen verlassen, der Konzernvorstand wird von acht auf sechs Köpfe gestutzt.

Zwei Neue ziehen in den Vorstand ein. Der ehemalige Kanzleramtsminister Ronald Pofalla, der seit Jahresbeginn als Cheflobbyist der Bahn arbeitet. Und Berthold Huber, bislang zuständig für die Sparte DB Fernverkehr. Huber soll den heikelsten Job übernehmen, die Sanierung des Schienengüterverkehrs und den Umbau der Personenverkehrssparte.

Aufgelöst werden soll die einst für den Börsengang geschaffene Zwischenholding DB Mobility Logistics. Die Auslandstochter Arriva und die Logistiktochter Schenker werden künftig von Finanzvorstand Richard Lutz geleitet und sollen für Investoren herausgeputzt werden. Einen so tiefgreifenden Umbau hat es seit zwei Jahrzehnten bei der Bahn nicht mehr gegeben.

Schon seit dem Frühjahr arbeitete Grube an einem Umbau des Vorstands. Nur deshalb konnte der seit 2009 amtierende Bahnchef jetzt binnen weniger Wochen ein Konzept aus dem Hut zaubern. Er musste handeln. Die Probleme im Gütertransport und Personenfernverkehr auf der Schiene sind gravierend, Umsatz- und Ertragslage des gesamten Konzerns laufen seit drei Jahren aus dem Plan.

Den Aufsichtsräten hat Grube auch für das erste Halbjahr 2015 Zahlen geliefert, die zeigen, wie dringlich gehandelt werden muss. Das operative Ergebnis (Ebit) wird um fast 250 Millionen Euro und dem vergleichbaren Wert des Vorjahres liegen. Grund dafür sind nicht nur die Folgen des Streiks.

Auch die Jahresprognose wird Grube erneut zurücknehmen müssen. Die bislang avisierten zwei Milliarden Euro Ebit wird die Bahn kaum mehr erreichen können. Damit ist das Unternehmen weit entfern von Zielmarken um drei Milliarden Euro.

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