Die ersten gestrandeten Urlauber sind aus der Türkei heimgekehrt
Interflug-Urlauber zahlen Rückflug selbst

219 gestrandete Antalya-Urlauber sind Montagabend in Stuttgart gelandet. Öger Tours hatte die Rückreise organisiert, nachdem der eigentliche Reiseveranstalter Interflug in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. Zumindest von Öger Tours wird es aber keine weiteren Flüge geben - "mangels Nachfrage".

HB STUTTGART/ANTALYA. Einsam und mit leerem Blick schlendert ein Mann am späten Montagabend durch die leeren Flure des Stuttgarter Flughafens - in der Hand zwei Kuscheltiere für seine Töchter. Bodo Helios aus Schwäbisch Hall erwartet mit dem Sonderflug für die gestrandeten Urlauber aus dem türkischen Antalya auch seine Familie zurück. Ein herzlicher Empfang soll vor allem bei seinen sechs und zehn Jahre alten Kindern die Strapazen der Urlaubs-Odyssee mit dem Reiseveranstalter Interflug vergessen machen.

Bereits die Reise in die Türkei sei chaotisch verlaufen, berichtet Helios. Erst wenige Stunden vor Abflug wurde die Buchung telefonisch bestätigt. Das Flugticket lag nicht wie versprochen am Flughafen bereit. Schließlich angekommen verbrachte seine Ehefrau mit den beiden Töchtern eine Woche an der türkischen Riviera. Zum Urlaubsende aber setzte wieder Chaos ein. „Ich habe erst am Morgen des Abflugtages vom Reiseleiter erfahren, dass Interflug zahlungsunfähig ist und dass es keine Rückflugmöglichkeit nach Deutschland gibt“, berichtet Luzie Helios. Zu diesem Zeitpunkt saßen bereits seit Tagen hunderte deutsche Urlauber in Antalya fest.

Als Grund für das Chaos bei der Rückreise der Urlauber wurden finanzielle Probleme von Interflug vermutet. Dem zuständigen Hamburger Amtsgericht lag auch am Dienstagmorgen noch kein Insolvenzantrag von Interflug vor. Eine Gerichtssprecherin wollte aber nicht ausschließen, dass sich der Antrag noch auf dem Postweg befand. Beim Deutschen Reiseveranstalter Verband hieß es indes, dass das Unternehmen bereits am Sonntag Insolvenzantrag gestellt habe. Eine Kopie liege dem Branchenverband vor.

Alle Versuche, die Verantwortlichen bei dem Unternehmen selbst zu den Gründen der Verzögerungen zu fragen, schlugen am Montag zunächst fehl. Interflug ist ein türkisches Unternehmen mit Sitz in Hamburg. Das Unternehmen hatte die Markenrechte an den Symbolen der alten DDR-Fluglinie Interflug von der Treuhand erworben.

Der Hamburger Türkei-Spezialist Öger Tours wird am Dienstag keine weiteren Urlauber aus Antalya mit Ersatzfliegern nach Deutschland zurückbringen. „Mangels Nachfrage bieten wir keinen Flug an“, sagte eine Öger-Sprecherin. Weitere Touristen seien möglicherweise von einem anderen Anbieter transportiert worden. Nun säßen nur noch vereinzelte Urlauber in Antalya fest.

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