Die Harry-Potter-Vermarktungsmaschine
Das magische Finale

Freitagnacht ist es soweit. Um 01:01 Uhr erscheint die englische Ausgabe des siebten und letzten Bandes der erfolgreichen Harry-Potter Sage in den deutschen Buchhandlungen: „Harry Potter and the Deathly Hallows“. Mit über 325 Millionen verkauften Exemplaren ist Harry Potter ein Phänomen der Extraklasse - in kultureller wie ökonomischer Hinsicht.

DÜSSELDORF Die Zauberlehrlinge sind gerüstet. Heute Nacht stehen die Harry-Potter-Fans wieder mit ihren schwarzen Hüten vor den Buchhandlungen Schlange, um sich ihr Exemplar des siebten und letzten Bands zu sichern. Auf Englisch, denn der Zauber findet in Deutschland zwei Mal statt. Morgen und am 27. Oktober, wenn die deutsche Ausgabe von „Harry Potter and the Deathly Hallows“ (etwa: Harry Potter und die tödlichen Heiligen) erscheint, wird die Marketing-Maschine heiß laufen, wird in den Buchhandlungen nach Mitternacht schwarzer Kaffee ausgeschenkt, und morgens geht es weiter mit der Aktion „Potter statt Brötchen“.

Harry Potter ist ein Phänomen, das alle Grenzen sprengt. In kultureller wie in ökonomischer Hinsicht gibt es auf dem Buchmarkt nichts, was der Wirkung dieses Buches gleicht. Harry Potter ist das erste globale Buch der globalisierten Welt. Es wird auf den Fidschi-Inseln genau so verschlungen wie in Alaska, von Erwachsenen und Kindern, von Jungen wie Mädchen. Alle kulturellen Schranken scheinen zu fallen, wenn es um die Rezeption dieses englischen Internatsromans geht.

Harry Potter tauchte als erster Jugendroman auf den wichtigen Bestsellerlisten auf, und er setzte in den neunziger Jahren Prozesse in Gang, die noch nicht zum Stillstand gekommen sind. Eine riesige Fantasywelle schwappte über den europäischen Buchmarkt; unermüdlich produzieren die Verlage Jugendbuchtitel, in denen dunkle und helle Mächte aufeinander prallen. Noch lange wird Harry Potter fortleben auf den Tagungen der Anthropologen und Literaturwissenschaftler. Sie werden versuchen zu klären, warum die Menschheit zur Jahrtausendwende kollektiv bereit war, in ein magisches Paralleluniversum abzudriften.

Auch der wirtschaftliche Erfolg des Buchs übersteigt alles, was man in der Branche für möglich hielt. Harry Potter in Zahlen, das sieht in etwa so aus: 325 Millionen Exemplare weltweit wurden bislang verkauft. Das Buch wurde in 65 Sprachen übersetzt, und seine Autorin, die ehemalige Sozialhilfeempfängerin J.K. Rowling, deren geschätztes Privatvermögen bei einer Milliarde Dollar liegt, ist reicher als die Queen.

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