Die Modemesse Bread & Butter ist auch in Barcelona ein Erfolg – mit Abstrichen
Geschnitten Brot

Keine Frage, mit Blick auf die Zahlen ist der erste Auftritt der Modemesse Bread & Butter im Ausland ein Erfolg. In Barcelona ist die Modemesse größer als das Original in Berlin-Spandau je war. Doch die die Messe hat sich gewandelt.

BARCELONA. Der Berliner Bär ist zur Premiere der Modemesse Bread & Butter in Barcelona nicht mehr ganz der alte. Mit den Hörnern eines spanischen Stiers steht das Maskottchen am Fuße des Stadtbergs Montjuic. Karl-Heinz Müller schlägt dem mannshohen Maskottchen aus Holz auf die Flanke: „Die Eurovision der Bread & Butter ist keine Vision mehr. Die Eurovision ist Realität“, sagt der 48-Jährige, der die Messe für junge Mode vor vier Jahren in Berlin gegründet und jetzt nach Barcelona gebracht hat. Doch wie der Bär hat sich auch die Messe gewandelt.

Keine Frage, mit Blick auf die Zahlen ist der erste Auftritt im Ausland ein Erfolg. In Barcelona ist die Modemesse größer als das Original in Berlin-Spandau je war: 710 ausgewählte internationale Marken zeigten von Freitag bis Sonntag ihre Kollektionen. „Gutes Brot und gute Butter schmecken überall“, sagt der gelernte Feinkosthändler Müller. Bis 2008 soll es deshalb jährlich vier Ausgaben der Bread & Butter geben – je zwei im Januar und Juli in Barcelona und Berlin.

Auf das Experiment Barcelona eingelassen hat sich G-Star. Seit 2001 ist der niederländische Jeanskonzern mit rund 300 Mill. Euro Umsatz auf jeder Bread & Butter vertreten. Legendär sind die Kollektionspremieren, die eher multimediale Spektakel als Modenschauen sind. „Die Bread & Butter ist unser wichtigster Auftritt. Hier bieten wir Infotainment“, sagt G-Star Gründer und Geschäftsführer Jos van Tilburg, ein guter Bekannter von Müller: „Die Geschäfte wickeln wir später in unseren Showrooms ab.“

Einen Auftritt wie G-Star oder auch Pepe, Levi’s und Swarovski kann sich Andy Tanner nicht leisten. In einem roten Arbeitsoverall steht der Gründer und Designer der Marke Alprausch in der Sport- und Streetcouture Halle. Doch auf dem Stand unter der Schweizer Flagge geht es ruhig zu, zu ruhig. Vielleicht liegt es daran, dass sich die Kollektionen nicht aufdrängen. Wer Alp- rausch verstehen will, muss schon genau hinschauen. „Wilhelm-Tell-Äpfel“ und „Zürich-See-Schwäne“ erklärt der etwa 1,70 Meter kleine Tanner detailreich. Vielleicht rauschen aber auch deshalb so viele Modejünger vorbei, weil die Schweizer Marke am Rand der Halle, unter einer Betontreppe platziert wurden. „Aber es ist gut, dass wir kleine Marken immer noch dabei sind“, sagt Tanner tapfer.

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