Die Rendite stimmt
Hagebau sucht Verstärkung

Der Baumarktbetreiber Hagebau hält Ausschau nach kooperationswilligen Wettbewerbern, die dem Soltauer Handelskonzern helfen sollen, das Einkaufsvolumen zu vergrößern. So will Haugebau sich gegen die börsennotierten Wettbewerber in der Branche behaupten. Doch auch so steht der Baumarktbetreiber gar nicht schlecht da.

DÜSSELDORF. „Wir führen Gespräche mit zwei Gruppen“, sagte Geschäftsführer Michael Baumgardt dem Handelsblatt. Namen nennt er nicht. Im Interview gab Hagebau erstmals auch Einblick in die Ertragslage. Der von 245 Baustoffhändlern getragene Verbund habe im vergangenen Jahr eine Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern von 6 Prozent erzielt – ein Wert, von dem börsennotierte Wettbewerber wie Praktiker (2,7 Prozent) oder Hornbach (4,5 Prozent) nur träumen können.

Die angepeilte Verstärkung soll Hagebau nun davor schützen, bei der sich abzeichnenden Branchenkonsolidierung den Anschluss zu verpassen – nach einer Studie von Ernst & Young eine durchaus ernst zu nehmende Gefahr. Die renommierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft glaubt, dass deutschlandweit nur die drei stärksten Baumarktketten dem Wettbewerb bis 2015 standhalten werden. Nach eigenen Angaben setzten die Baumärkte der Hagebau-Gruppe zuletzt 1,44 Mrd. Euro um, womit sie nach Obi, Praktiker, Bauhaus und Hornbach in Deutschland derzeit lediglich Platz fünf belegen.

Rosig sind die Aussichten in der Branche keineswegs. Weil die Do-it-yourself-Anbieter mit immer neuen Märkten gegen die Konkurrenz antreten, befindet sich die Flächenproduktivität der Branche im freien Fall. Brachte 1985 jeder Quadratmeter im Baumarkt einen durchschnittlichen Jahresumsatz von 2 250 Euro, waren es im vergangenen Jahr nur noch 1 500 Euro. Unter den ständig steigenden Fixkosten, glaubt Ernst & Young, dürfte inzwischen der Cash flow vieler Unternehmen leiden.

Die düstere Prognose der Branchenexperten schreckt Hagebau-Geschäftsführer Baumgardt dennoch nicht. „Wir werden überleben“, gibt er sich kämpferisch. Do-it-yourself ersetze schließlich zunehmend kostspielige Handwerksarbeiten, vom wachsenden Garten- und Freizeitmarkt profitiere die Heimwerkerbranche ebenso. Auch wenn die Erlöse der Hagebaumärkte 2005 um 2,5 Prozent schrumpften, rechnet Baumgardt bis 2010 für sein Unternehmen mit einem organischen Wachstum von jährlich 1,5 bis zwei Prozent.

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