Die Schweizer Fluglinie ringt weiter mit hohen Verlusten und sucht einen neuen Chef
Swiss sieht kein Ende der „Gewalttour“

Swiss hat sich zwar neu ausgerichtet, sagte Übergangs-Konzernchef und Verwaltungsratspräsident Pieter Bouw am Dienstag in Basel bei der Vorstellung der Ergebnisse für das Jahr 2003. Aber die „Gewalttour“ sei noch nicht vorbei.

BASEL. Noch immer verliert die Swiss an jedem Tag, an dem sie fliegt, Geld. Der operative Verlust hat im vergangenen Jahr knapp eine halbe Mrd. sfr (325 Mill. Euro) betragen. Damit schmilzt die Liquidität, die nach Angaben der Fluggesellschaft Ende 2003 bei 503 Mill sfr gelegen hat. Finanzchef Ulrik Svensson rechnet damit, dass nach dem zweiten Quartal dieses Jahres der Tiefpunkt erreicht sein wird, an dem die Fluggesellschaft nur noch über eine halbe Mill sfr verfügen wird. Anschließend, so seine Hoffnung, werden die ertragreicheren Sommermonate helfen, dass es wieder aufwärts geht. Auch die Erfolge des Sparprogramms, das jährlich 600 Mill sfr bringt, sollen dann sichtbarer werden. Positiv bewerten die Swiss-Manager, dass die Erträge pro Sitz und Kilometer im Europageschäft im vierten Quartal um 9 % gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum gestiegen sind.

Dennoch benötigt die Swiss nach wie vor einen Kredit, um gegen unvorhersehbare Ereignisse gewappnet zu sein. 50 Mill. sfr konnte sie sich dank einer Garantie des neuen Flugallianzpartners British Airways bei der Barclays Bank sichern. Um den weitaus größeren Rest ringt sie noch unter anderem mit der HSK Nordbank, bei der Konten geführt werden, die als Sicherheit für geleaste Flugzeuge dienen. Die Swiss möchte diese Konten als Garantie für einen Kredit anbieten. Die deutsche Seite zögert jedoch, das Geld dafür freizugeben.

Die Zurückhaltung der Banken dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Kreditinstitute nach dem Abgang des Swiss-Chefs André Dosé nicht wissen, mit wem sie es zu tun bekommen werden. Bouw führt die Geschäfte nur als Übergangschef und sucht nach einem Nachfolger. Kandidaten gebe es genug. Ob Swiss-Verwaltungsrat Urs Rohner, der dieses Amt eigentlich bis zur Generalversammlung im übernächsten Jahr ausüben soll, zum engeren Kandidatenkreis gehört, wollte Bouw nicht bestätigen. Rohner hat gestern angekündigt, seinen bisherigen Arbeitgeber Pro Sieben-Sat 1 zu verlassen. Auch die Jobs von Marketingchef und kaufmännischen Leiter sind zur Zeit bei der Swiss vakant.

Seite 1:

Swiss sieht kein Ende der „Gewalttour“

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%