Die Staatsanwaltschaft Hamburg prüft Betrugsverdacht
Interflug-Chef vermutet Fluggesellschafts-Boykott

Der langjährige Chef des zahlungsunfähigen Hamburger Reiseunternehmens Interflug sieht die Schuld an seiner Pleite im „Boykott“ einer Charterfluggesellschaft. Die Staatsanwaltschaft Hamburg prüft hingegen, ob sich Atakan des Betrugs und der Insolvenzverschleppung schuldig gemacht hat.

HB HAMBURG. Die Charterfluggesellschaft habe längere Zeit keine Flugerlaubnis bekommen, ein Ersatzflieger sei unbrauchbar gewesen, sagte Kemal Atakan am Samstag in einem Interview der „Hamburger Morgenpost“. „Daraufhin habe ich aufgegeben, den Insolvenzantrag gestellt.“ Wegen der Turbulenzen um Interflug hatten hunderte Touristen tagelang im türkischen Antalya festgesessen.

Die Verantwortung für das Festsitzen der Urlauber liege bei der Versicherung, meinte Kemal Atakan. „Sie wusste, dass die Sicherungsscheine abgelaufen waren, hat uns aber zugesagt, dass alle weiter geschützt sind“, sagte er. „Dass sie heute etwas anderes behaupten, ist falsch.“ Der Versicherungsvertrag mit Interflug war nach Angaben des Versicherers bereits Ende April abgelaufen, doch waren noch im Mai Sicherungsscheine ausgegeben worden.

Mit Hilfe von persönlichen Beziehungen will Atakan versuchen, die letzten noch in der Türkei festsitzenden Urlauber nach Deutschland zu fliegen. Ein Großteil der Betroffenen war in den vergangenen Tagen bereits mit Hilfe des deutsch-türkischen Reiseunternehmers Vural Öger nach Hause geflogen worden.

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