Die Visitenkarte der Republik
Der Traum vom schönen Deutschland

So viel Eintracht ist selten: Mit dem Ziel, Deutschland bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 als „modernes, attraktives, erlebnisreiches, herzliches und serviceorientiertes“ Land zu präsentieren, ziehen sämtliche Leistungsträger rund um den Tourismus an einem Strang – Hotellerie und Gastronomie, Verkehrsflughäfen, das Tourismus-Marketing – und auch Bundesinnenminister Otto Schily. Dahinter steht die erklärte Absicht, Deutschland über die WM 2006 hinaus als touristisches Reiseziel zu etablieren.

HB DÜSSELDORF. Ernst Fischer, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), formuliert die Idee: „Wir haben die Chance, uns nicht nur sportlich in Bestform zu zeigen, sondern auch als Weltmeister der Gastfreundschaft vom Platz zu gehen.“ Dabei betrachtet nicht nur das Gastgewerbe den Erfolg der Olympischen Spiele in Sydney als erstrebenswerten Maßstab: „Die WM ist für Deutschland ist die WM vor allem in Bezug auf ihre nachhaltige Wirkung für die Meeting-, Incentive-, Kongress- und Eventbranche entscheidend“, sagt Petra Hedorfer, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT).

Dass der Fußball-Event ähnliches Potenzial wie Olympia entwickeln kann, glaubt auch Klaus Laepple, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW): „Die WM bewirkt eine starke emotionale Bindung. Anders als die eher abstrakte Weltausstellung Expo ist Fußball geeignet, Gefühle leichter zu transportieren“. Entscheidend sei es, die Bindung bereits im Vorfeld des Ereignisses aufzubauen. Laepple: „Die WM beginnt bereits 2005!“

Die gesamte Branche gibt sich optimistisch. So rechnet die DZT bereits ab 2004 mit Umsatzsteigerungen für die 250 000 Hoteliers und Gastronomen im zweistelligen Prozentbereich. Erwartet werden Pressereisen für die Vorberichterstattung über das Fußballland Deutschland oder auch Stippvisiten der FIFA-Größen. Vor allem im Jahr der WM selbst werde der Inlandstourismus „heftig boomen“, prophezeit Hedorfer. Für 2006 erwartet die DZT 4,8 bis 5,5 Millionen zusätzliche Übernachtungen. Das entspricht einem zusätzlichen Wachstumsschub von rund 1,7 Prozent.

Doch die Fußball-Touristen spielen im Kalkül der Branche nur eine untergeordnete Rolle. Für Dehoga-Mann Fischer sind vor allem die erwarteten rund 40 Milliarden Fernsehzuschauer in der ganzen Welt die Chance, ein weithin positives Deutschlandbild zu transportieren – und Appetit auf Deutschland-Trips zu machen, vom Oktoberfest bis zur Wellness-Kur.

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