Dienstreisen
Die Bahn hofft auf knauserige Fluggäste

Schon der Name lässt keine Zweifel am Ziel des Programms. "S-Klasse" hat die Fernverkehrssparte der Deutschen Bahn ihre Optimierungsstrategie intern genannt. Mit diesem "Exzellenzprogramm" umwirbt sie die Erste-Klasse-Kundschaft im ICE und Intercity.

DÜSSELDORF. Der DB-Konzern hat im vergangenen Jahr rund 200 Dienstleister eingestellt, die sich eigens um die Vielzahler unter den Reisenden kümmern sollen.

Ob sich aber die Krise in diesem Segment schon ausgewirkt hat, vermag die Bahn derzeit nicht zu beurteilen. Bisher sei jedenfalls "keine dramatische Entwicklung" zu verzeichnen, sagt ein Sprecher.

Zwar beobachte der Konzern auch, dass viele Unternehmen ihre Geschäftsreisenden anweisen, nur noch 2. Klasse zu fahren. Doch man profitiere zunehmend davon, dass die Zahl der "Umsteiger" vom Flugzeug auf die Bahn größer werde. Und wer für Dienstreisen vom Jet auf den Zug wechsele, der starte in aller Regel in der 1. Klasse.

Obwohl die Fernzüge jeweils bis zu vier Waggons mit reichlich Bewegungsfreiheit am Platz für das Klientel der Geschäftsreisenden anbieten, ist die Nachfrage eher gering - jedenfalls außerhalb der Spitzenzeiten in den Tagesrandlagen: Nicht einmal ein Zehntel der 123 Millionen Bahn-Kunden, die sich voriges Jahr ein Fernverkehrsticket über eine Wegstrecke von mehr als 50 Kilometern kaufte, leistete sich den Aufpreis für die 1. Klasse. Diese ist vor allem für Vollzahler teuer. Wer sich dagegen auf vorab gebuchte Züge festlegt, ist etwa mit dem "Dauer-Spezial" ab 49 Euro mit von der Partie. Vorausgesetzt, es gibt noch freie Sitzplätze in dieser stark kontingentierten Angebotsklasse.

Bei Reiseprofis, wie den im Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) zusammengeschlossenen Travel Managern deutscher Unternehmen, bleibt man skeptisch. In einer Umfrage der Fachhochschule Wolfenbüttel unter VDR-Mitgliedern erklärten fast zwei Drittel, häufigeres Umsteigen vom Flug zum Zug bringe auch in der Krise nichts.

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