Diese Woche erste Gespräche über neue Tarifverhandlungen: Lufthansa steuert auf Konflikt mit fliegendem Personal zu

Diese Woche erste Gespräche über neue Tarifverhandlungen
Lufthansa steuert auf Konflikt mit fliegendem Personal zu

Das fliegende Personal der Lufthansa ist nicht zu weiteren Zugeständnissen bereit, wie die Airline sie einfordert. Auch beim Bodenpersonal ist die Reaktion offenbar zurückhaltend. Das Unternehmen steuert angesichts dieser scheinbar starren Fronten möglicherweise auf einen Konflikt mit den Gewerkschaften zu.

HB FRANKFURT. „Mehr Arbeit ist nur für mehr Geld möglich“, sagte Mirco Vorwerk, Vorstandsvorsitzender der Gewerkschaft des fliegenden Personals Ufo und Mitglied im Aufsichtsrat der Lufthansa, dem Tagesspiegel. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber hatte am Samstag erneut gefordert, dass das Lufthansa-Personal mehr arbeiten solle, ohne dafür besser bezahlt zu werden. Die Konzernleitung habe die Gewerkschaften offiziell zu neuen Tarifverhandlungen aufgefordert, sagte Vorwerk. Am Donnerstag finde ein erstes Gespräch mit der Ufo-Gewerkschaft statt.

Die Lufthansa hatte im Herbst bekannt gegeben, 1,2 Mrd. € Kosten einsparen zu wollen - davon 300 Mill. beim Personal. Das sehen die Gewerkschaften zwar grundsätzlich ein, wollen aber etwas im Tausch für eventuelle Zugeständnisse haben. Ufo-Chef Vorwerk glaube Mayrhuber's Versprechen nicht, dass die Mitarbeiter dann in besseren Zeiten profitierten. „Das ist eine Illusion, der wir uns nicht hingeben“, sagte Vorwerk. Die Geschäftsführung spreche ihnen gegenüber von „nachhaltiger Wirkung“ der Einschnitte, die Zugeständnisse würden in der Zukunft nicht mehr zurückgenommen werden.

Auch beim Bodenpersonal sei die Reaktion zurückhaltend. „Es wird nicht einfach sein, mehr Arbeit für das gleiche Geld zu bekommen“, zitiert die Zeitung betriebsratsnahe Kreise. Die Piloten wollten sich nicht detailliert äußern, da die Verhandlungen gerade liefen. „Wir führen konstruktive Gespräche“, sagte Markus Kirschneck, Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit, der Zeitung.

Im September 2003 hatte die Lufthansa die im April wegen der durch die Lungenkrankheit SARS und dem Irak-Krieg ausgelöste Luftfahrtkrise verhängte Arbeitszeitverkürzung für die Beschäftigten des Bodenpersonals wieder aufgehoben. Im Oktober hatte die Fluglinie angekündigt, in den kommenden Jahren rund 2000 Stellen zu streichen. Dabei sollten betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden. Trotz hoher Verluste im ersten Quartal hat die Lufthansa, die weltweit rund 95 000 Mitarbeiter zählt, das Krisenjahr 2003 nach Angaben von Anfang Januar operativ nicht mit einem Verlust abgeschlossen.

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