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Aldi zwingt Konkurrenten Preissenkungen auf

Vor kurzem bewies es die Statistik: Das Leben in Deutschland wird billiger, die Inflationsrate liegt im Minus. An Beispielen wie diesen sieht man, warum das so ist: Aldi hat erneut für mehrere Produkte die Preise gesenkt. Konkurrenten wie Norma und Edeka schauen nicht tatenlos zu und ziehen nach. Eine neue Preisrunde ist eröffnet.

HB DÜSSELDORF. Der Preiskampf im deutschen Lebensmittelhandel geht auch in der umsatzschwachen Ferienzeit weiter. Aldi löste am Donnerstag die achte Preissenkungswelle des laufenden Jahres in der Branche aus. Der führende deutsche Discounter setzte den Rotstift bei verschiedenen Säften in PET-Flaschen und bei einigen Käsepackungen an, wie aus Anzeigen hervorgeht. Die Konkurrenz reagierte prompt.

Der Discounter Norma senkt ab sofort auch bei Säften und Käse Preise. Der größte deutsche Lebensmittelhändler Edeka will bei vergleichbaren Produkten in seinem Preiseinstiegsbereich ebenfalls die Preise anpassen. Das werde zeitnah erfolgen, sagte ein Sprecher von Edeka der Deutschen Presse-Agentur dpa. Entsprechende Preissenkungen werde es auch bei der Edeka-Discountertochter Netto geben, ergänzte er.

Die neuerlichen Preissenkungen von Aldi mitten in der Urlaubszeit kämen überraschend, sagte Discount-Experte Matthias Queck vom Handelsforschungsunternehmen Planet Retail. Wenn ein Großteil der Verbraucher verreist ist, könnte die Preissenkungen nicht so stark wahrgenommen werden.

Die Aldi-Preissenkungen umfassten diesmal aber nur eine kleine Zahl an Artikeln und hätten damit nicht den Umfang der vergangenen Monate. "Es handelt sich auch nicht um historische Tiefstpreise", erläutere der Experte. Der Preis für Orangensaft, der zweistellig gesenkt wird, falle nach Preissteigerungen in der Vergangenheit nun auf ein niedrigeres Niveau. Bei Käseprodukten nutze der Handel das Überangebot auf dem Milchmarkt zu Preissenkungen. Sowohl Säfte als auch Käse seien bedeutende Umsatzträger für Aldi.

Für Aldi haben sich die Preissenkungen Medienberichten zufolge bislang nicht ausgezahlt. Im ersten Halbjahr 2009 sollen die Aldi- Umsätze um 4,1 Prozent gesunken sein, wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" unter Berufung auf die Marktforschungsgesellschaft GfK berichtet hatte. Aldi selbst gibt traditionell keine Zahlen bekannt.

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