Discounter
Edeka greift Aldi und Lidl an

Der Lebensmittelriese greift die Platzhirsche Aldi und Lidl frontal an: In den nächsten drei Jahren sollen 850 neue Märkte der Billigkette Netto eröffnen. Der Kampf der drei Branchenführer wird stärker, auch weil schon ein vierter Discounter um die Kundengunst buhlt: die Rewe-Tochter Penny.

BERLIN. Deutschlands größter Nahrungsmittelkonzern Edeka drängt mit Macht in den Discountmarkt. Mit einer zügigen Expansion will das Unternehmen die Marktführer Aldi und Lidl vom Thron stoßen: "Wer ist schon zufrieden mit der Nummer drei", sagte Edeka-Chef Markus Mosa am Montagabend in Berlin. Um das Ziel zu erreichen, werde der Konzern in den nächsten drei Jahren 850 neue Märkte der firmeneigenen Billigkette Netto eröffnen, kündigte deren Chef Franz Pröls an.

Netto ist mit dem Kauf der Plus-Kette Anfang des Jahres zur Nummer drei hinter den beiden Konkurrenten aufgestiegen. Seitdem laufen die Umbauarbeiten an den 2 300 übernommenen Plus-Märkten auf Hochtouren. "Innerhalb des Discount-Marktes ist abzusehen, dass die Stellung von Aldi als Branchenprimus herausgefordert wird", sagt Christopher Scholz, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Markenverbandes.

Insgesamt liegt Edeka mit seinen knapp 4 000 Discount-Filialen schon jetzt vor Lidl und Aldi - gemessen am Umsatz rangiert das Unternehmen allerdings auf Platz drei. Bis 2010 sollen alle 2 300 Plus-Filialen integriert und in Netto umbenannt werden. Der Preiskampf zwischen den drei Branchenführern tobt auch deshalb immer stärker, weil im Hintergrund bereits ein vierter Discounter um die Kundengunst buhlt: die Rewe-Tochter Penny.

Um seine Marktmacht auszubauen, müsse es Netto deshalb in Zukunft gelingen, "die Kundschaft in der Stadt genauso anzusprechen wie auf dem Land", sagt Discount-Experte Matthias Queck vom Marktforschungsunternehmen Planet Retail. Bislang war Netto vor allem im außerstädtischen Raum stark. Zudem sieht Queck bei den ehemaligen Plus-Filialen das Problem, dass "der Quadratmeterumsatz mit Blick auf die Lage der Filialen schon immer unter dem Wert der Wettbewerber lag".

Für den ehrgeizigen Handelsriesen mit Hauptsitz in Hamburg könnte zudem die Konzentration auf den deutschen Markt zum Problem werden. Erst im vergangenen Jahr hatte sich der Konzern still und leise aus Dänemark verabschiedet. "Sie haben sich selber in einen goldenen Käfig begeben", kritisiert Queck. Aldi und Lidl setzen dagegen verstärkt auf die Expansion im Ausland: Aldi wächst vor allem in den USA und in Australien, Lidl profitiert vom Discount-Boom in Großbritannien.

Edeka-Chef Mosa rechtfertigte den Rückzug dagegen mit der schlechten Geschäftsentwicklung. "Das heißt aber nicht, dass in Zukunft keine Expansion im Ausland stattfindet", sagte er dem Handelsblatt. Dafür sei vor allem Netto prädestiniert.

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