Discounter-Expansion in Australien
Aldi startet das „Projekt frisch“

Aldi feiert in Australien seit Jahren Erfolge. Jetzt will der deutsche Discounter seinen Marktanteil weiter ausbauen. Die Filialen werden aufgehübscht – doch zu viel Licht soll es dann auch nicht sein.

SydneyVon wegen Kampf Mann gegen Mann, sondern Mutti gegen Mutti: Als vergangene Woche in australischen Aldi-Läden Kinderkleider der bekannten australischen Modeschöpferin Collette Dinnigan als Sonderangebot verkauft wurden, gaben sich Frauen – und ein paar wenige Männer – kräftig auf die Mütze.

„Es war ein klassischer Kampf der Stärkeren gegen die Schwächeren“, beschreibt eine Verkäuferin den Ansturm der Mütter, als sich Punkt 8.30 Uhr die Schiebetüren öffneten.

Ellenbogen seien die Waffe der Wahl gewesen, mehr als böse Blicke gab‘s, wenn eine Käuferin den Zugang zur Auslage mit ihrem Einkaufswagen zu sperren versuchte. „Rudelartig“ hätten sich Gruppen von Frauen zusammengeschlossen und mit beiden Armen Pakete von Kleidern „zusammengeschaufelt“, so die Angestellte gegenüber dem Handelsblatt. Wenig später standen die Mädchenröcke und Jungen-Trägerhosen auf der Online-Plattform Ebay zum Verkauf – zum doppelten oder dreifachen Preis.

Dass Kleider einer Modedesignerin zum Schleuderpreis angeboten werden, die bis vor kurzem in Paris ausgestellt hatte – das hatte es in Australien noch nie gegeben. Die Aktion ist nur eine von vielen Maßnahmen, mit denen Aldi die Position in Australien weiter stärken will. Es sei dem Management gelungen, eine ganz neue Klientel in die Läden zu locken, „die davor nicht im Traum daran gedacht hatte, jemals in einem Discounter einzukaufen“, meint ein Analyst.

Aldi kam vor 14 Jahren nach Australien. Seither hat das Unternehmen seine Präsenz auf 382 Läden ausgebaut. Dutzende weitere Verkaufsstätten sind geplant, erst in Südaustralien, dann im entfernten Westen. Der Anteil des Discounters an dem Markt, der nach wie vor von den beiden Giganten Woolworths und Coles dominiert wird, ist inzwischen auf mehr als acht Prozent gestiegen. Von einer solchen Zahl hätte noch vor fünf Jahren kaum ein Experte zu träumen gewagt.

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Wie die neuen Aldi-Läden aussehen

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