Discounter
Lidl zieht sich erstmals aus einem Land zurück

Der Neckarsulmer Discounter Lidl wird erstmals in einem der 23 europäischen Länder, in denen er vertreten ist, seine Geschäfte wieder beenden. Wie das Unternehmen gestern bestätigte, geht das gesamte Norwegen-Geschäft mit 50 Filialen an den Wettbewerber Reitangruppen, der es der Discountkette Rema 1000 zuschlagen wird.

DÜSSELDORF. Einen Kaufpreis nannte Lidl nicht. Reitan werde auch die Immobilien übernehmen, sagte eine Sprecherin. Laut Tageszeitung "Dagens Nyheter" hatte Lidl bis Mitte 2007 rund 75 Mill. Euro in Immobilien investiert.

Umsatz- und Ertragszahlen nennt der nach Aldi zweitgrößte Discounter Deutschlands nicht. Nach Informationen von Verdi setzte der Norwegen-Ableger im Jahr 2005 knapp über 70 Mill. Euro um. Seit Ende 2006 stagniert die Zahl der Filialen.

Offenbar stößt Lidl bei der Expansion immer stärker an finanzielle Grenzen. Schon Ende 2006 verkaufte die Muttergesellschaft Schwarz-Gruppe Immobilien im Wert von einer Mrd. Euro. Gleichzeitig trennte man sich von 50 Grundstücken im Baltikum, wo Lidl ursprünglich mit einem eigenen Netz an den Start gehen wollte. Weitere Rückzüge seien nicht geplant, sagte eine Sprecherin. Allerdings gilt auch Schweden als Verlustbringer.

In Norwegen hatten Experten Lidl beim Start im September 2004 gute Chancen ausgerechnet. Die Norweger haben eine um 37 Prozent höhere Kaufkraft als die Deutschen, müssen für Lebensmittel aber 70 Prozent mehr ausgeben. Heimische Ketten hatten den Markteintritt jedoch mit eigenen Tiefpreisläden gekontert. Zudem begleiteten Norwegens Medien die Expansion mit zahlreichen Beiträgen über die angeblich verheerenden Zustände in deutschen Lidl -Filialen.

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