Discounter
Rewe steigt zur Nummer zwei in Tschechien auf

Bei der Zerschlagung der Discountkette Plus kommt Rewe-Chef Alain Caparros nun doch noch zum Zuge. In Tschechien übernimmt der Kölner Konzern alle 146 Plus-Filialen, die die Mülheimer Tengelmann Gruppe zum Verkauf gestellt hatte. Vor allem die Bedrohung durch den Konkurrenten Aldi macht die Übernahme der Tengelmann-Tochter sinnvoll.

DÜSSELDORF. Die Märkte sollen auf Rewes Discountkonzept "Penny" umgestellt werden. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es. Das Kartellamt muss dem Verkauf noch zustimmen.

Ursprünglich hatte sich Caparros um das gesamte Ladennetz des Tengelmann-Discounters mit 9,6 Mrd. Euro Jahresumsatz bemüht, musste sich aber im November Edeka geschlagen geben. Die Hamburger schnappten ihrem Kölner Konkurrenten das Plus-Deutschlandgeschäft mit einem Umsatz von 6,9 Mrd. Euro förmlich vor der Nase weg.

Seither bemüht sich Caparros um Schadensbegrenzung, indem er für einige der übrig gebliebenen sieben Landesgesellschaften von Plus mitbietet. Nicht interessiert sei er an den Gesellschaften in Österreich, Portugal und Griechenland, hatte der Rewe-Chef noch vor wenigen Tagen angedeutet. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Neben Tschechien könnten künftig auch die Plus-Filialnetze in Polen, Rumänien und Ungarn in die Hand der Kölner fallen.

Der Zukauf bringt Rewe einen zusätzlichen Umsatz von 13 Mrd. Kronen (520 Mill. Euro). Damit werden die Kölner mit einem Gesamtumsatz von 44,6 Mrd. Kronen zum zweitgrößten Einzelhändler des Landes - nach der Neckarsulmer Schwarz -Gruppe (Lidl, Kaufland) mit geschätzten 51,1 Mrd. Kronen.

"Die Übernahme von Plus ist aus Sicht von Rewe vernünftig", wertet Zdenek Skala von der Prager Marktforschungsfirma Incoma den Zukauf, "denn damit wird Penny noch vor Lidl zum größten Discounter in Tschechien." In dem stark gesättigten Markt sei dies von großem Vorteil - zumal auch Aldi am Einstieg in Tschechien arbeite.

Wie es in Branchenkreisen heißt, verdienen derzeit nur Rewe und Kaufland Geld in Tschechien. Lidl, Ahold, Spar und Tesco verbuchten nach Informationen des Branchenblatts Lebensmittel-Praxis Verluste. Angesichts des Verdrängungswettbewerbs hatte zuletzt der französische Carrefour-Konzern seinen Abschied aus Tschechien erklärt und seine elf SB-Warenhäuser an den britischen Wettbewerber Tesco abgegeben. Julius Meinl verkaufte vor einem Jahr sein Supermarkt-Netz an den niederländischen Konkurrenten Ahold. Angesichts des anziehenden Wettbewerbs in Tschechien hatte sich auch Edeka im Frühjahr 2006 von den letzten Filialen getrennt.

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