„Discounter verändert sein Gesicht“
Plus will kräftig Mitarbeiter einstellen

Deutschlands drittgrößter Discounter Plus will mit Investitionen in den nächsten 18 Monaten bundesweit 2000 neue Arbeitsplätze und 200 neue Ausbildungsplätze schaffen. Insgesamt plant der Discounter größere Veränderungen im Warenangebot.

HB DÜSSELDORF. Die mehr als 2800 Filialen in Deutschland würden bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres 2006/2007 auf ein neues Konzept mit einem größeren Angebot an Kühlware und Kosmetik umgestellt, teilte Plus am Donnerstag in Düsseldorf mit. Nach der Modernisierung werde in den Filialen eine zweistellige Umsatzsteigerung erwartet. Plus investiert europaweit insgesamt 450 Mill. Euro und ist mit seiner Expansion ein Wachstumsmotor der Tengelmann-Gruppe.

„Der Discount verändert sein Gesicht“, sagte Europachef Michael Hürter. Ab sofort würden jeden Monat 250 Filialen auf das Konzept „Euro Plus 2010“ umgerüstet. Dafür bleibe die einzelne Filiale zwei bis drei Tage geschlossen. Binnen zwei Jahren würden etwa 750 alte Filialen durch bessere Standorte ersetzt. Plus investiere allein in Deutschland rund 100 Mill. Euro in das Konzept „2010“ und stocke den Werbeetat von 110 Mill. Euro im Jahr noch auf. Zusätzliches Personal soll unter anderem im Logistikbereich eingestellt werden, um die Filialen mit zusätzlicher Ware zu versorgen. Das Konservenangebot werde zu Gunsten von frischen Lebensmitteln zurückgefahren.

Neben der Erweiterung der Kühlregale für Molkerei-Produkte um ein Viertel weite Plus das Angebot an Kosmetikprodukten deutlich aus. Mit dem französische Kosmetikkonzern Loreal sei die Präsentation von Haarpflegeprodukten entwickelt worden. Der Discounter nimmt damit weitere Markenprodukte in sein insgesamt 1750 Artikeln umfassendes Sortiment auf. Gleichzeitig dürfte Plus damit Drogeriemärkten stärker Konkurrenz machen. Einwegflaschen würden weiterhin manuell von den Verkäuferinnen zurückgenommen. Plus wolle sich vor der Entscheidung für Rücknahmeautomaten ein Jahr Zeit zur Marktbeobachtung lassen.

Von der Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte zum 1. Januar 2007 sei Plus mit seinem Lebensmittelangebot weniger stark als andere Sparten des Einzelhandels betroffen. Lediglich zwölf Prozent der Artikel hätten nicht den ermäßigten Mehrwertsteuersatz, der gleich bleibe. Das Unternehmen werde versuchen, in diesem Bereich die Steuererhöhung nicht an die Kunden weiterzugeben. Bei der Aktionsware wie Textilien würden die Preise tendenziell sinken. Plus arbeite mit dem TÜV zusammen, um Technikprodukte auf Sicherheit überprüfen zu lassen. Berichte über gravierende Mängeln einzelner Aktionsartikel von Discountern hatten zu Rückrufaktionen in der Branche geführt.

Die Tengelmann-Tochter Plus ist nach Aldi und Lidl Nummer drei unter den Discountern. Das in Mülheim an der Ruhr beheimatete Unternehmen hat allein in Deutschland mehr als 28 000 Beschäftigte. Darunter sind auch rund 1000 Auszubildende. Europaweit beschäftigt Plus mehr als 42 000 Menschen in über 4000 Filialen in neun Ländern. In den Märkten kauften im Jahr über 1,2 Mrd. Kunden ein. „Also ein Mal China“, verdeutlichte Hürter. In Bulgarien starte Plus Anfang 2008. Zudem bereite man die Expansion in weiteres Land Osteuropas vor. Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2005/2006 auf über neun Milliarde Euro. Im Jahr 2006/2007 soll die Marke von zehn Mrd. Euro überschritten werden.

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