Discounter
Verbraucher verpassen Lidl einen Denkzettel

Die Negativschlagzeilen über angeblich schlechte Arbeitsbedingungen beim Discounter Lidl werden für den Neckarsulmer Lebensmittelhändler zu einer schweren Belastung. Laut einer repräsentativen Befragung des Kölner Marktforschungsunternehmens Grass Roots, die dem Handelsblatt vorliegt, haben vier von zehn Verbrauchern in der Vergangenheit wegen des mutmaßlich schlechten Beschäftigungsklimas auf einen Besuch der Läden verzichtet.

DÜSSELDORF. Grass Roots hatte Anfang Februar knapp 2.400 Konsumenten online nach ihrem Kaufverhalten befragt. Eine Firmensprecherin erklärte dagegen, Lidl habe im Anschluss an die Berichterstattung im vergangenen Jahr nur "ein bis zwei Tage danach" einen "geringen Umsatzeinbruch" erlitten.

Das Ergebnis der Umfage ist für Lidl alarmierend. Wettbewerber wie Rewe, Kaiser's (Tengelmann) und Edeka werden wegen angeblich schlechter Arbeitsbedingungen nicht einmal von drei Prozent der deutschen Verbraucher gemieden. Selbst der nach Lidl am zweitschlechtesten platzierte Lebensmittelhändler, die Discountkette Norma, schnitt mit einer Quote von 12,2 Prozent deutlich besser.

Die Arbeitsbedingungen des Aldi-Verfolgers Lidl seien von 57 Prozent als "schlecht", "sehr schlecht" oder "inakzeptabel" bewertet worden, berichtet Johannes Broscheid-Vogt, Geschäftsführer von Grass Roots. Der Discounter war im April 2008 wegen des Vorwurfs der Bespitzelung eigener Mitarbeiter in die Schlagzeilen geraten.

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