Dividende verdoppelt
MLP-Geschäft zieht zum Jahresende an

Im letzten Quartal hat der Finanzdienstleister MLP seine Erlöse deutlich gesteigert. Auch das Jahresergebnis fällt dadurch besser aus als von Analysten erwartet.
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FrankfurtDer Finanzvermittler MLP leert seine Kriegskasse. Die Aktionäre sollen für das Jahr 2011 eine auf 60 Cent verdoppelte Dividende bekommen, nachdem Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg auf dem zersplitterten Finanzmakler-Markt kein geeignetes Übernahmeobjekt ausgemacht hat. „Wir werden organisch wachsen“, sagte er am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. Das Unternehmen aus Wiesloch bei Heidelberg schüttet insgesamt 65 Millionen Euro aus - das Fünffache des wegen eines Sparprogramms auf 12,5 (2010: 34,1) Millionen Euro geschrumpften Nettogewinns. Geld für kleinere Zukäufe durch den Vermögensverwalter Feri sei aber immer noch da, sagte Finanzchef Reinhard Loose. Anleger zeigten sich positiv überrascht und trieben die im SDax notierte MLP-Aktie um acht Prozent in die Höhe auf 6,40 Euro. 

Operativ schnitt MLP im vergangenen Jahr dank des Endspurts im Geschäft mit Lebens- und Rentenversicherungen besser ab als erwartet. War MLP zum dritten Quartal noch hinter dem Vorjahr hergehinkt, legten die Gesamterlöse von Oktober bis Dezember um neun Prozent zu. Im Gesamtjahr wuchs MLP damit um vier Prozent auf 545,5 Millionen Euro. Vor allem die betriebliche Altersvorsorge habe zum Jahresende zugelegt. Schroeder-Wildberg sagte, man könne aber nicht von einem „Schlussverkauf“ vor der Senkung des Garantiezinses auf Lebensversicherungen sprechen. 

Der operative Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) stieg im Gesamtjahr um elf Prozent auf 52,3 Millionen Euro. Davon setzte MLP aber 33,4 Millionen Euro für ein umfassendes Sparprogramm ein. Der Abbau von 100 Arbeitsplätzen, die Reorganisation der Zentrale und die Schließung von Geschäftsstellen sollten die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) in diesem Jahr auf 15 von zehn Prozent schrauben. Die Kosten sinken dadurch um 30 Millionen Euro. Bei einem erwarteten leichten Wachstum im Vertrieb von Lebens- und Krankenversicherungen und einem stärker anziehenden Vermögensmanagement „kommen wir damit rechnerisch rasch in eine Größenordnung von 80 Millionen Euro“ Ebit, sagte der MLP-Chef. 

Auf Unterstützung von der Konjunktur könne MLP dabei aber nicht hoffen. „Vor allem in unserer Branche versprechen die Marktbedingungen weiterhin kein Wellnessprogramm zu werden“, so Schroeder-Wildberg. Die Talsohle sei aber erreicht. Potenziale hätten neben den Betriebsrenten noch die Sachversicherung und die Baufinanzierung. Auch das Vermögensmanagement von Feri, das zuletzt 16 Prozent zum Umsatz beitrug, müsse zulegen. Auf Ziele für die Jahre nach 2012 wollte sich Schroeder-Wildberg noch nicht festlegen. 

Mit einer stagnierenden Zahl von 2132 Vertretern gewann MLP im vergangenen Jahr 34.600 neue Kunden. Es sei schwierig, geeignete Mitarbeiter zu rekrutieren, sagte Schroeder-Wildberg. Er beklagte die Ungleichbehandlung in der Branche. Unternehmen mit Banklizenz wie MLP würden scharf reguliert, während freie Vermittler an der langen Leine geführt würden. 

Der Rivale AWD, der inzwischen zu Swiss Life steht wegen seiner Vertriebspraktiken im Visier der Behörden in Österreich und Deutschland. Der schweizerische Eigentümer stellte deshalb 47 Millionen Euro zurück und schloss weitere Kosten nicht aus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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