Dividendenerhöhung folgt auf Rekordgewinn
Fraport lässt sich nicht lumpen

Im vergangenen Jahr hat der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport einen Rekordgewinn erwirtschaftet und lässt auch seine Aktionäre daran teilhaben. Das Plus lag jedoch nicht nur am guten Management.

HB FRANKFURT. Der Konzernüberschuss stieg nach Angaben des Unternehmens vom Dienstag dank gestiegener Passagierzahlen und Sondererlösen um 42 Prozent auf 228,9 Mill. Euro und damit noch stärker als von Experten erwartet. Das Unternehmen will deshalb 1,15 Euro je Aktie an die Aktionäre ausschütten nach 90 Cent im vorigen Jahr. Allerdings hatte Fraport im vorigen November zwischenzeitlich eine noch höhere Dividende von 1,20 Euro in Aussicht gestellt.

Das vierte Quartal entwickelte sich allerdings deutlich schwächer als erwartet. Der Umsatz lag mit 524,3 Mill. Euro knapp unter dem Vorjahreswert, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) fiel um 12 Prozent auf 91,5 Mill. und blieb damit auch unter den Erwartungen der Analysten. Dank steuerlicher Effekte stieg der Nettogewinn dagegen leicht auf 28,8 Mill. Euro.

Für 2007 dämpfte Fraport die Erwartungen. Sowohl das operative Ergebnis als auch der Konzernüberschuss dürften wegen der fehlenden Sonderposten sinken, teilte das Unternehmen mit. Neben der Steuerrückerstattung war es vor allem eine Kompensationszahlung für das gescheiterte Terminalprojekt in Manila, das den Nettogewinn 2006 aufgebläht hat. Wenn Fraport das Ergebnis halten wollen „müssten wir 60 Mill. Euro zusätzlich verdienen“, sagte Finanzvorstand Stefan Schulte. Die Dividende soll allerdings stabil bleiben. Bei der Passagierzahl am Hauptstandort Frankfurt und beim Umsatz erwartet das Unternehmen ein leichtes Wachstum.

Zu dem überdurchschnittlich starken Gewinnsprung im vorigen Jahren trugen insbesondere Effekte aus Gesetzesänderungen bei der Körperschaftssteuer in Höhe von rund 30 Mill. Euro bei. Das Ebitda erhöhte sich 2006 weit weniger stark, nämlich um knapp 7 Prozent auf 578,4 Mill. Euro, der Umsatz stieg um 2,6 Prozent auf 2,14 Mrd. Euro. In beiden Fällen erreichte Fraport die eigene Jahresprognose und die der befragten Analysten.

Expansion im Ausland

Fraport kündigte an, im Ausland weiter zu expandieren. Das Unternehmen rechne noch in der ersten Jahreshälfte mit der Unterzeichnung einer Partnerschaft in China, sagte Finanzvorstand Schulte. Branchenkreisen zufolge geht es um den Flughafen Xian. Im türkischen Antalya will Fraport künftig beide Terminals betreiben. Die bisherige Konzession für Terminal Eins laufe im September aus. Bei der Verlängerung gehe es „ums Ganze“, da der Betrieb der beiden anderen Terminals des Flughafens in einem Paket zusammen mit dem Fraport-Terminal ausgeschrieben worden seien. „Wir haben das Ziel, jetzt alles neu zu gewinnen“, sagte Schulte. Die beiden anderen Terminals könnte Fraport bei Erhalt des Zuschlags nach eigener Darstellung im Jahr 2009 übernehmen und den Flughafen dann 10 bis 15 Jahre lang betreiben.

Das Ebitda steigerte Fraport in Antalya im vergangenen Jahr um 38,7 Prozent auf 26,9 Mill. Euro. Der Billigflieger-Flughafen Frankfurt-Hahn im Hunsrück erreichte beim Ebitda die Gewinnschwelle und verzeichnete hier ein Plus von 400 000 Euro nach einem Minus von 2,6 Mill. Euro im Vorjahr. Aus der Verlängerung der Landebahn erwarte der Vorstand eine positive Entwicklung auch in der Frachtsparte. Der Flughafen in Lima entwickle sich zum regionalen Drehkreuz. Wie Schulte sagte, will Fraport seinen Anteil an der Betreibergesellschaft von derzeit knapp 43 Prozent im Laufe des Jahres auf 60 Prozent aufstocken.

In der wichtigen Sparte Aviation – dem Betrieb des Frankfurter Flughafens – ging das Ebitda um 10,4 Prozent auf 140 Mill. Euro zurück, wogegen der Umsatz um 1,8 Prozent auf 701,1 Mill. Euro stieg. Zum Zuwachs trugen gestiegene Erlöse aus Sicherheits-Dienstleistungen und höhere Flughafenentgelte bei. Die Landegebühren seien um 2,2 Prozent erhöht worden, sagte Schulte. Baumaßnahmen etwa für den neuen Riesen-Airbus A380 und der Wegfall des Militärverkehrs der US Air Base drückten hingegen auf den Gewinn.

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