Dividendenzahlung
Großaktionär setzt Easyjet zu

Die Fluggesellschaft will ab 2012 Dividende zahlen und kommt so Stelios Haji-Ioannou entgegen. Doch das reicht dem nicht. Der Großaktionär kritisiert unter anderem die Flotte von Easyjet zu viele Flieger lasse die Firma zu lange ungenutzt.
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LONDON.Easyjet-Gründer und Großaktionär Stelios Haji-Ioannou lässt nicht locker und diktiert dem Management seines Unternehmens weiterhin die Strategie. Er gibt sich nicht zufrieden mit den Plänen, die Easyjet-Chefin Carolyn McCall gestern vorstellte und die zum Teil auf seinen massiven Druck hin entstanden sind.

Demnach will die britische Billigfluglinie 2012 zum ersten Mal eine Dividende zahlen. Ein Fünftel des Gewinns pro Aktie soll dann an die Aktionäre ausgeschüttet werden, kündigte McCall an. Das reicht Haji-Ioannou noch nicht. "Es ist ein guter erster Schritt", sagte er, "aber ich würde es gern sehen, wenn im Lauf der Zeit die Ausschüttungsquote erhöht und die Hälfte des Gewinns pro Aktie ausgezahlt würde."

Easyjet hat zudem angekündigt, seine Kapazitäten in den nächsten drei Jahren um jeweils sieben Prozent zu erhöhen und dafür 24 neue Flugzeuge anzuschaffen. Die Flotte soll von jetzt 196 auf 220 Maschinen bis zum Jahr 2013 anwachsen.

Auch das passt Haji-Ioannou nicht ins Konzept. "Ich bin äußerst beunruhigt", sagte er. Schon jetzt habe Easyjet 40 Flugzeuge, die nur im Sommer im Einsatz seien und im Winter im Hangar stünden. "Mit abgestellten, ungenutzten Flugzeugen verliert man Geld."

Der Easyjet-Großaktionär, der gemeinsam mit seinen Geschwistern 38 Prozent der Anteile kontrolliert, hat bereits vor zwei Jahren einen Streit mit dem Management seines Unternehmens über die Expansionsstrategie angezettelt. Im Zuge dieser Fehde haben bereits einige Spitzenmanager Easyjet verlassen.

Stelios und O'Leary feinden sich oft an - außer es geht um Dividenden

Haji-Ioannou forderte zudem vehement eine Dividende und berief sich auf seinen Erzrivalen Michael O'Leary, den Chef von Ryanair: "O'Leary hat eine Dividende ausgeschüttet, warum sollte Easyjet das einzige Unternehmen bleiben, das sich nicht darauf einlässt?", fragte Haji-Ioannou immer wieder.

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