Dividendenzahlungen
Der trügerische Glanz der Dividendenkönige

Deutsche Post, Allianz, Deutsche Bank - fast alle 30 Dax-Konzerne erhöhen ihre Dividendenzahlungen. Zehn der Unternehmen geben dabei mehr als eine Mrd. Euro an ihre Aktionäre weiter - so viel wie noch nie. Spitzenreiter ist Deutsche Telekom.



DÜSSELDORF. Trotz eines Einbruchs des Nettogewinns um fast 30 Prozent erhöht die Deutsche Post ihre Dividende um 20 Prozent. Anleger erhalten 90 Cent je Aktie. Damit schüttet die Post 80 Prozent ihres Gewinns aus.Noch mehr reicht im Deutschen Aktienindex (Dax) nur die Deutsche Telekom weiter. Sie kündigte jüngst an, mit insgesamt 3,4 Mrd. Euro sogar den sechsfachen Nettogewinn auszuschütten.

Ebenso wie die Telekom sieht auch die Post ihren Nettogewinn durch Sondereffekte einmalig geschmälert. Post-Chef Frank Appel verwies auf nicht cashwirksame Abschreibungen aus dem verlustreichen Amerika-Geschäft.

Mit der Post und der Telekom orientieren sich zwei Ex-Staatskonzerne bei der Dividende nicht an der international üblichen Kennzahl des Nettogewinns. "Es ist offensichtlich, dass der Bund viel Geld will und deshalb Druck ausübt", sagte ein Frankfurter Finanzmarktanalyst.

Der Staat ist an beiden Konzernen direkt und indirekt über die KfW-Bankengruppe mit rund einem Drittel beteiligt. Deshalb streicht er knapp 1,5 Mrd. Euro ein. Die seit Jahren schlechte Kursentwicklung beider Aktien macht eine Veräußerung der Anteile unattraktiv.

Ebenso wie Post und Telekom erhöhen zwar auch fast alle anderen Dax-Konzerne ihre Dividenden. Allerdings rechtfertigen steigende Gewinne im abgelaufenen Geschäftsjahr diese aktionärsfreundliche Politik. Erstmals seit 2002 erreicht im Dax die Ausschüttungsquote wieder die international übliche 40-Prozentmarke.

Zehn Dax-Konzerne, so viel wie noch nie, geben mehr als eine Mrd. Euro weiter, am meisten nach der Telekom der Versicherungsriese Allianz, die Deutsche Bank und der Versorger Eon. Der Lastwagenhersteller MAN etwa erhöht seine Dividende kräftig von zwei auf 3,15 Euro. Der Gewinn je Aktie legte aber ebenso rasant zu. Andere, wie die Allianz, erhöhen ihre Dividende zwar kräftiger als den Gewinn. Ihre Ausschüttungsquote aber bleibt immer noch weit unter der "kritischen Grenze" von 50 Prozent. Sie sollte aus Sicht von Aktionärsschützern nicht überschritten werden, um einen Puffer für schwächere Jahre zu haben.

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