dm-Gründer Götz Werner wird 70
„Beharrlich im Bemühen“

Er hat aus dem Nichts ein Drogerie-Imperium geschaffen. Jetzt wird dm-Gründer Götz Werner 70. Seinem Lebensmotto ist er treu: Sich nie mit der ersten Antwort zufriedengeben. Träumer? Schon, aber einer, der Erfolg hatte.
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KarlsruheWenn Götz Werner nach einem Besenstiel greift, löst das zuweilen Irritationen aus. So wie neulich, als er damit in einem dm-Markt die Deckenstrahler so einstellte, dass das Licht angenehmer fiel. Der Gründer der seit der Schlecker-Pleite größten Drogeriemarktkette in Deutschland hat sich zwar schon seit mehr als fünf Jahren aus dem laufenden Geschäft verabschiedet. Seine Märkte besucht er dennoch regelmäßig. Er läuft dann mit den Augen der Kunden durch die Gänge, findet hier und da etwas, das man besser machen könnte, und plaudert mit den Mitarbeitern. „Wo kann man sonst seinem Gründer die Hände schütteln?“, schmunzelt er.

An diesem Mittwoch wird Götz Werner 70. Und vieles spricht dafür, dass man weiter mit ihm rechnen kann. Nicht nur bei dm. Schließlich ist er nach wie vor als Vorkämpfer für ein bedingungsloses Grundeinkommen unterwegs. Erst vor wenigen Tagen hat er darüber wieder einen Vortrag auf einer Konferenz in Basel gehalten.

Werner, der im eigenen Unternehmen auf moderne Managementmethoden setzt, ist überzeugt: „Jede Arbeit ist wertvoll.“ Die einer Hausfrau und Mutter genauso wie die eines Managers. Träumer? Schon, aber einer, der damit Erfolg hatte.

Das war nicht unbedingt vorherzusehen. Sein Lebensmotto lautet: „Beharrlich im Bemühen, bescheiden in der Erfolgserwartung.“ In seiner Biografie („Womit ich nie gerechnet habe“) beschreibt der dm-Gründer: „In der Schule sitzengeblieben, nach elf Schuljahren abgegangen. Deutscher Jugendmeister im Rudern, Drogist gelernt, Prokurist geworden. Verstoßener Sohn. Realträumer. Gründer wider Willen.“ Und doch steht da nach vier Jahrzehnten ein Unternehmen mit konzernweit fast 50.000 Mitarbeitern, knapp 3000 Filialen und einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro.

Wie hat er das geschafft? Mit Glück, meint er. Doch das allein war es nicht. Der Drogisten-Sohn aus Heidelberg hatte vor allem die Gabe, aus Niederlagen Kraft zu schöpfen und neue Ideen gegen alle Unkenrufe beharrlich durchzusetzen. Und, so sagt er heute: „Ich habe mich nie mit der ersten Antwort zufriedengegeben.“

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