Do it yourself
Hornbach startet Aufholjagd

Mit einem mutigen Expansionsprogramm versucht der börsennotierte Baumarktbetreiber Hornbach, den Abstand zu Obi und Praktiker zu verkürzen. Neun neue Märkte sollen den Marktführern Paroli bieten. Doch das erfolgreiche Konzept hat seinen Preis.

LANDAU. „Wir werden im kommenden Jahr neun neue Märkte mit jeweils über 15 000 Quadratmeter Verkaufsfläche eröffnen“, sagte Vorstandschef Albrecht Hornbach dem Handelsblatt. Davon seien sechs im Ausland geplant. Hier zu Lande will er mit Standorten in München, Darmstadt und Hamburg an den Start gehen. Rund 200 Mill. Euro werde man in die Expansion stecken, davon drei Viertel in den Bau von Immobilien.

Im laufenden Geschäftsjahr, das am 28. Februar endet, hatte Deutschlands viertgrößter Do-it-yourself-Anbieter auf die Eröffnung neuer Märkte komplett verzichtet. Als Grund für die Zurückhaltung nannte Hornbach Verzögerungen bei den Baugenehmigungen. Insider vermuten dagegen, dass auch der Gewinneinbruch im Geschäftsjahr 2005/06 die Pfälzer zur Sparsamkeit veranlasste. Der von Praktiker losgetretene Preiskampf hatte das Betriebsergebnis der Hornbach-Baumarkt AG um fast 23 Prozent gedrückt, der Gewinn sank um mehr als 42 Prozent.

Doch die Krise scheint überwunden: Nach den ersten neun Monaten 2006 meldeten die Hornbach-Baumärkte ein Ergebnisplus von 53 Prozent. „Wir konnten den Preisdruck zeitversetzt an unsere Lieferanten weitergeben“, freut sich der Vorstandschef. Zudem erwarte man dank der neuen Märkte im kommenden Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum von über zehn Prozent. Die Börse reagierte bereits: Allein in den vergangenen zwei Wochen schoss der Aktienkurs der Hornbach-Baumarkt AG um fast 30 Prozent nach oben.

Das Ergebnis je Aktie, schätzt GSC-Analyst Klaus Kränzle, dürfte sich im laufenden Geschäftsjahr mit 3,75 Euro mehr als verdoppeln – bei einem um 6,5 Prozent auf 2,38 Mrd. Euro gesteigerten Jahresumsatz. Hornbach habe sich mit seinen extrem großflächigen Märkten besser positioniert als viele Konkurrenten. Zudem unterscheide sich die Preispolitik der Kette deutlich vom Aktionismus einiger Wettbewerber, weil sie bewusst auf Sonderangebote und Rabatte verzichte.

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