Dollar General bietet für Family Dollar
Zehn Milliarden für einen Ein-Dollar-Shop

Übernahmekampf um ein Ein-Dollar-Geschäft: Nach Dollar Tree steigt auch der Konkurrent Dollar General in den Bieterkampf um Family Dollar ein – mit zehn Milliarden Dollar. Eine Fusion könnte besonders Aldi treffen.
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Um die US-Billigkette Family Dollar hat eine Übernahmeschlacht begonnen. Nachdem der Aldi-Konkurrent Dollar Tree 8,5 Milliarden US-Dollar für den Discounter geboten hat, steigt nun auch Dollar General in den Fusionskampf mit ein. Das Unternehmen will 9,7 Milliarden Dollar für Family Dollar hinblättern. Die drei Firmen sind besonders für ihre Verkaufsstrategie „Alles für einen Dollar“ bekannt.

Dollar General gab am Montag bekannt, für eine Aktie 78,50 Dollar zahlen zu wollen. Dollar Tree hatte lediglich 74,50 Dollar geboten. „Unser Angebot ist den bisherigen Fusionsplänen von Dollar Tree finanziell überlegen“, sagte Geschäftsführer Rick Dreiling in einer Mitteilung des Unternehmens. Es würde die Anteilseigner von Family Dollar einen erheblichen Aufschlag bedeuten, so Dreiling.

Dollar General will schon drei Jahre nach der Fusion zwischen 550 und 600 Millionen Dollar verdienen. Das Unternehmen betreibt mehr als 11.000 Geschäfte in den Vereinigten Staaten. Family Dollar kommt auf rund 5000 Ableger.

Doch egal, wer den Übernahmekampf für sich entscheidet – ein Verlierer steht schon fest: Aldi. Die deutsche Discount-Kette betreibt in den USA rund 1300 Läden unter dem Label Aldi Süd, hinzu kommen 400 Geschäfte der Aldi-Nord-Tochter Trader Joe's. Eine Fusion zwischen zwei der drei Billiganbietern würde den Deutschen in jedem Fall einen sehr starken Rivalen bescheren.

Das Fusionspoker ins Rollen gebracht hatte der für sein aggressives Auftreten bekannte Investor Carl Icahn, der groß bei Family Dollar eingestiegen war und seitdem Druck auf das Management ausübt, die Kette an Dollar General zu verkaufen.

Eine Fusion zwischen Dollar General und Family Dollar würde einen Giganten mit mehr als 28 Milliarden Dollar schaffen. Die großen Ketten der Ein-Dollar-Läden gerieten zuletzt zunehmend unter Druck, weil auch große Einzelhändler wie Wal-Mart vermehrt Artikel für einen Dollar oder weniger anbieten. Die meisten Geschäfte von Family Dollar befinden sich in sozial schwachen Stadtgebieten in Texas und im Osten der USA.

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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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