Douglas
Neue Düfte mit Isabelle Parize

Isabelle Parize tritt die Nachfolge von Henning Kreke als Vorstandsvorsitzende bei Douglas an. Zuvor leitete die Ex-Henkel-Managerin die Parfümeriekette Nocibé. Neben dem Chef- gibt es auch einen Standortwechsel.

DüsseldorfDie Parfümeriekette Douglas will mit dem größten Investitionsprogramm ihrer Geschichte, einer neuen Chefin und dem Wegzug aus ihrem Stammsitz Hagen der wachsenden Konkurrenz durch Internet-Shops bestehen. „Douglas steht gut da. Wir sehen uns aber steigendem Druck durch reine Online-Händler ausgesetzt“, sagte Douglas-Aufsichtsratschef Henning Kreke. „Wir wollen nun auf diese Herausforderung reagieren.“

Die neue Chefin Isabelle Parize will in die Stärkung der Marke und eine bessere Verschränkung von Online-Geschäften und traditionellen Läden investieren. Douglas solle „schneller, flexibler und schlagkräftiger“ werden, sagte sie.

Um dieses zu Ziel erreichen, wagt Douglas einen Bruch mit der Tradition: Die Zentrale wird aus Hagen nach Düsseldorf verlegt, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Die Strukturen sollen schlanker werden, auch Stellen fallen weg. Rund 100 Millionen Euro will der Konzern in den kommenden drei Jahren in die Hand nehmen. Kreke zufolge soll das Geld aus den laufenden Umsätzen kommen.

„Wir sind überzeugt, dass dies die richtige Strategie ist, um die internationale Marktführerschaft von Douglas für die Zukunft zu sichern und auszubauen“, sagte Kreke, der Ende Januar an die Spitze des Douglas-Aufsichtsrats gerückt war. Seine Nachfolgerin an der Spitze des Vorstands ist die Französin Parize. Die ehemalige Henkel-Managerin war auch langjährige Chefin des französischen Parfümhändlers Nocibé, der 2014 von Douglas geschluckt wurde. Die Berufung der 58-Jährigen ist ein Novum: Bislang hatte stets ein Mitglied der Gründerfamilie Kreke das Sagen an der Douglas-Spitze.

In der neuen Konzernzentrale in Düsseldorf sollen künftig rund 550 Douglas-Beschäftigte arbeiten, die aus dem Traditionssitz Hagen sowie aus Köln kommen, wo Douglas bislang seine Online-Aktivitäten bündelt. „Wir als Familie stehen voll hinter dem Beschluss“, betonte Kreke – auch wenn der Umzug für die Familie eine schwere Entscheidung gewesen sei.

Mit dem Umbau sollen „Doppelstrukturen“ und damit Stellen wegfallen, kündigte Parize an. In Deutschland werden voraussichtlich rund 130 Arbeitsplätze gestrichen, außerhalb der Bundesrepublik werden es rund 150 Stellen sein. Douglas beschäftigt über 18.000 Menschen in 19 Ländern Europas.

Der Konzern wolle in allen seinen Märkten Nummer eins oder zwei sein, unterstrich Kreke. „Um dieses Ziel zu erreichen, sind auch Übernahmen eine Möglichkeit.“ Zudem gebe es Überlegungen, in weitere Länder zu expandieren. Dazu könnte Douglas weiteres Geld locker machen: „Die Investitionen für solche Schritte sind nicht in den 100 Millionen Euro enthalten, das wäre zusätzlich.“

Die Familie Kreke kontrolliert Douglas zusammen mit dem Finanzinvestor CVC. Der hatte im vergangenen Sommer die Mehrheit übernommen, die Krekes halten rund 15 Prozent. Douglas hatte sich in den vergangenen Jahren auf das Parfümerie-Geschäft konzentriert, andere Konzernteile wie der Süßwarenhändler Hussel oder der Schmuckhändler Christ waren verkauft worden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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