Drei Großkanzleien dominieren in Europa das Geschäft mit Übernahmen
Linklaters ist bei Fusionen spitze

Die Hackordnung stimmt wieder: Die drei großen Anwaltskanzleien, der „Magic Circle“, dominieren die aktuelle Liste der erfolgreichsten Sozietäten im europäischen Geschäft mit Übernahmen und Fusionen (M&A). Nach Berechnungen des Informationsdienstes MergerMarket steht Linklaters gemessen am Wert der betreuten Transaktionen 2004 auf Platz eins, vor Clifford Chance und Freshfields Bruckhaus Deringer.

HB FRANKFURT/M. Das Ergebnis überrascht kaum. Alle drei Kanzleien waren am größten Deal des gerade zu Ende gegangenen Jahres beteiligt, der fast 60 Mrd. Euro schweren Übernahme von Aventis durch Sanofi. Obwohl diese Transaktion bereits im ersten Quartal 2004 vollzogen werden konnte, bestimmte sie die Liste der erfolgreichsten Anwaltshäuser während des kompletten Jahres. Alleine neun der zehn ersten Sozietäten in der Rangfolge waren involviert. „Es war schwer für Kanzleien ohne Beteiligung an diesem Deal, unter die Top-Ten zu kommen“, schreiben die Experten von MergerMarket.

Auch Herbert Smith, die in Deutschland mit Gleiss Lutz, Stibbe zusammenarbeiten, haben von dem Aventis-Deal profitiert. Sie arbeiteten sich vom elften auf den fünften Rang vor. Allerdings scheint es so, als werde sich die Kanzlei längerfristig in der M&A-Topliga etablieren können. So konnte Herbert Smith auch Mandate bei der Transaktion Sagem-Snecma sowie dem Angebot des Stahlriesen Ispat für International Steel und LMN sichern.

Das gute Abschneiden der europäischen Großkanzleien dürfte bei den Partnern für Erleichterung sorgen. Schließlich ist es ihnen trotz der wachsenden Konkurrenz durch US-Sozietäten gelungen, ihren Führungsanspruch im europäischen Übernahmegeschäft durchzusetzen. Das dürfte auch eine der großen Herausforderungen im noch frischen Jahr sein. Denn der Wettbewerbsdruck wächst. So haben vor kurzem die US-Sozietät Piper Rudnick und die europäische Kanzlei DLA ihre Fusion bekannt gegeben. Europa ist für die nun viertgrößte Sozietät der Welt ein Kernmarkt.

Auch den deutschen Markt hat DLA Piper Rudnick im Visier. Die Kanzlei will ihre Präsenz hier zu Lande massiv ausbauen. Dennoch beeindrucken Oleg de Lousanoff, Partner der deutschen Sozietät Hengeler Mueller, solche Ankündigungen kaum. „Wir sind DLA bisher bei Transaktionen nicht begegnet“, sagte er.

Die Gelassenheit verwundert nicht. Hengeler Mueller führt mit deutlichem Abstand die Liste der erfolgreichsten Kanzleien im deutschen M&A-Geschäft an. Die Sozietät, eine der wenigen rein deutschen Kanzleien in der „Bundesliga“ der M&A-Rechtsberater, betreute im vergangenen Jahr Transaktionen mit einem Volumen von gut 31 Mrd. Euro. „Für uns war es ein gutes Jahr. Wir konnten nicht über eine mangelnde Auslastung klagen“, sagte de Lousanoff. Der Zweitplatzierte, Freshfields Bruckhaus Deringer, kommt auf 23 Mrd. Euro. Auffällig ist der Wiederaufstieg von Haarmann Hemmelrath & Partner in die Top-Liga der deutschen M&A-Berater. Die Kanzlei hatte über Monate unter Abgängen zu leiden. Nun hat sich die Sozietät von Rang 26 auf den achten Platz vorgearbeitet. Unter anderem beriet Haarmann den Verkauf der von Swisscom gehaltenen Debitel-Anteile an den Finanzinvestor Permira.

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