Drei Jahre kontinuierlicher Kampf
Cinemaxx will nach Sanierung wieder durchstarten

Das laufende Jahr bezeichnete Cinemaxx-Vorstandschef Hans-Joachim Flebbe bei der Hauptversammlung in Hamburg auch angesichts wieder steigender Besucherzahlen als „hoffnungsvolle Zwischenstation“. Der Kinobetreiber will nach Jahren der Sanierung 2005 wieder durchstarten.

HB HAMBURG. Die Kinokette war wegen Überkapazitäten auf dem deutschen Markt und einer Zuschauerflaute in ernste Schwierigkeiten geraten und vor allem durch den Münchner Filmhändler Herbert Kloiber gerettet worden. Nach besucherstarken Filmen wie „Shrek 2“, „(T)Raumschiff Surprise“ sowie „Der Untergang“ erwartet Flebbe für das Gesamtjahr einen Besucherzuwachs von 5,0 Prozent verglichen mit dem Vorjahr, als knapp 20 Millionen Gäste kamen. Im Zuge der Sanierung hat sich Cinemaxx von mehreren Filmtheatern getrennt: Ende Juni wurden noch 36 Multiplexkinos und 11 traditionelle Filmtheater mit insgesamt 88 000 Plätzen betrieben, im Ausland sind es nur noch Kinos in Dänemark.

Im 1. Halbjahr ging der Konzernumsatz auf 80 Millionen Euro (Vorjahreshalbjahr: 82,1 Millionen Euro) zurück, der Verlust wurde mit 4,2 Millionen Euro mehr als halbiert. Mit den Vermietern der Kinoimmobilien wurden Mietreduzierungen im Volumen von 16 Millionen Euro ausgehandelt.

„Nach über drei Jahren kontinuierlichem Kampf mit Vermietern, Lieferanten und Dienstleistern wird es Zeit, wieder anzugreifen“, sagte Flebbe. Er kündigte eine Zukunftstrategie mit einer Marketingoffensive, Renovierungen älterer Häuser und gegebenenfalls auch wieder Übernahmen an. „Unser Wachstumsziel ist, wieder profitabel zu werden, nicht die Marktstellung“, sagte Flebbe. Cinemaxx ist in Deutschland die Nummer Zwei hinter der Lübecker Cinestar-Gruppe.

Für den Weg nach vorn war die Zustimmung der Aktionäre zum Einstieg der Tele-München von Kloiber erforderlich. Sie hatte im Frühjahr Bankenforderungen übernommen und einen Kredit bereitgestellt und so mit rund 47 Millionen Euro zur fast vollständigen Entschuldung der Cinemaxx AG beigetragen. Dafür soll Tele-München im Zuge einer Kapitalherabsetzung und der Herausgabe neuer Aktien im Wege der Sachkapitalerhöhung mit knapp unter 50 Prozent an Cinemaxx beteiligt werden. Die Familie Flebbe hält dann künftig 17 Prozent, die Senator Entertainment AG und die Kinepolis Group je rund 13 Prozent, der Rest bleibt im Streubesitz. Es sei besser, eine Verwässerung der Aktien hinzunehmen als eine Insolvenz, warb ein Vertreter der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger für die Kapitalvorschläge.

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