Dresdner Bank und Bremer Senat hinterlassen 520-Millionen-Euro-Objekt als Investitionsruine
Bremer Prestigeprojekt Space Park droht der Absturz

Der Bremer Space Park steht vor dem Aus. Spätestens im Oktober wird das Shopping- und Infotainment-Center, für das die Dresdner Bank und der Bremer Senat mehr als eine halbe Milliarde Euro ausgegeben haben, seine Pforten schließen.

cs DÜSSELDORF. Das kündigte die Profun Management Group an, die den erst im Dezember eröffneten Vergnügungspark „Space Center“ betreibt.

Auslöser ist die Entscheidung der Dresdner Bank, dem defizitären Unternehmen keine neuen Kredite mehr zu geben. Zusammen mit der landeseigenen Bremer Investitions Gesellschaft (Big) hatten die Frankfurter seit dem Start Betriebsmittelkredite von 5,5 Mill. Euro vergeben. Inzwischen habe sich aber herausgestellt, dass man mit dem derzeitigen Konzept die Gewinnzone kurzfristig nicht erreichen könne, heißt es bei den Geldgebern. „Wir können nicht dauerhaft die Defizite des Space Centers durch Zuschüsse kompensieren“, sagte zudem Senatssprecher Klaus Schloesser auf Anfrage.

Die erhoffte Besucherzahl von 1,4 Millionen pro Jahr wird nach Aussagen des Betreibers weit verfehlt – die tatsächliche Zahl hält er geheim. Trotz der hohen Eintrittspreise von 22 Euro schaffte es der Erlebnispark nicht aus den roten Zahlen. Schon im Sommer entließ das Space Center 66 Mitarbeiter. Nun warten die restlichen 320 auf ihre Kündigung.

Nicht allein das Konzept des Space Centers, das mit Raketenmodellen und Science-Fiction-Attraktionen Besucher lockt, trägt Schuld an der Misere. Zum gesamten Space Park gehört laut Planung als zweiter Publikumsmagnet ein 44 000 Quadratmeter großes Einkaufszentrum. Doch der Konsumtempel, der seit anderthalb Jahren komplett fertig gestellt ist, steht leer. Weil attraktive Hauptmieter wie Kaufhof und Karstadt nach langem Hinhalten absprangen, stornierten sämtliche Ladenbetreiber ihre Mietverträge. Eine wirtschaftliche Nutzung der edel ausgestatteten Investitionsruine ist derzeit nicht in Sicht.

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