Drogerie-Kette: Was wird aus Schlecker?

Drogerie-Kette
Was wird aus Schlecker?

Tausende Mitarbeiter bangen um ihren Job, seitdem die Drogeriekette bekanntgegeben hat, dass sie pleite ist. Über die Gründe wird spekuliert. Kunden sind nicht überrascht. Indes zeigt Konkurrent Rossmann wenig Interesse.
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Ehingen, BerlinNach der angekündigten Insolvenz von Deutschlands größter Drogeriekette Schlecker gehen die Spekulationen über die Zukunft des Familienunternehmens weiter. Konkurrent Rossmann hat nur an 50 bis 80 Schlecker-Märkten Interesse. Das sagte Unternehmenschef Dirk Roßmann dem Nachrichtenmagazin „Focus“.

„Ich wage die Prophezeiung, dass der Insolvenzverwalter nicht viele Läden weiter betreiben wird können“, sagte Roßmann weiter. Die allermeisten der noch rund 7000 Märkte in Deutschland müssten schließen, weil sie nicht mehr zeitgemäß seien. „Die Wettbewerber Rossmann, dm und Müller sind dieser Kette schon vor Jahren meilenweit enteilt“, so Roßmann.

Das bestätigen auch Umfragen bei Verbrauchern: Demnach ist Schlecker seit Jahren auf dem absteigenden Ast. Aktuell lägen die Imagewerte von Schlecker mit minus 37,8 Punkten „dramatisch unter“ den äußerst beliebten Marken Rossmann (plus 79,4) und dm (88,3), heißt es in einer Markenstudie des Meinungsforschungsinstituts YouGov. „Auch die neue Strategie des Unternehmens hat nicht zu einer Trendwende geführt - die Lage ist aus Markensicht seit längerer Zeit ernst“, bilanziert YouGov.

Das Institut befragt für aktuelle Markenstudien in Deutschland nach eigenen Angaben täglich mehr als 2.000 Personen. Demnach befand sich der Image-Wert von Schlecker Anfang 2008 noch im positiven Bereich. „Seitdem zeigt sich ein schleichender aber weitgehend kontinuierlich Abstieg.“ Auch wirtschaftlich könne Schlecker nicht mit der Konkurrenz mithalten, urteilt Unternehmer Roßmann. Mit einem monatlichen Umsatz von im Schnitt 20.000 Euro wie bei Schlecker könne man auf Dauer kein erfolgreiches Drogeriemarkt-Konzept betreiben. „Rossmann und dm kommen monatlich im Schnitt auf Erlöse von 300.000 Euro.“

Das Familienunternehmen aus Ehingen hatte am Freitag mitgeteilt, dass Deutschlands größte Drogeriekette zahlungsunfähig ist und eine so genannte Planinsolvenz angekündigt. Ein solches Verfahren ist in der Insolvenzordnung ausdrücklich vorgesehen, wenn es darum gehen soll, ein Unternehmen möglichst zu erhalten. Der Insolvenzantrag werde „kurzfristig“ eingereicht. Das könne Montag oder Dienstag sein, sagte ein Unternehmenssprecher am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Schlecker will große Teile des schrumpfenden Filialnetzes erhalten - und damit auch viele der etwa 30.000 Jobs in Deutschland.

Als Grund für die Schieflage gab das Unternehmen eine geplatzte Zwischenfinanzierung an, ohne ins Detail zu gehen. Ausschlaggebend war nach Informationen der „Südwest Presse“ eine Rückstufung Schleckers: Ein großer deutscher Rückversicherer, über den der Einkaufsverband Markant seine Bestellungen absichert, habe wohl das Schlecker zugestandene Volumen drastisch reduziert. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete, Schlecker habe am Freitag einen fälligen Betrag zwischen 20 und 30 Millionen Euro nicht mehr bezahlen können. „Weil die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Branchenkreisen bekannt waren, war die Zahlung in bar oder als Bundesbankscheck eingefordert worden.“ Ähnliche Informationen hat auch die dpa.

Laut „FAZ“ soll der nächste Termin für eine ähnliche Zahlung an die Einkaufsgemeinschaft Markant, der auch andere Firmen wie Edeka angehören, dem Vernehmen nach schon in der nächsten Woche anstehen. Der Schlecker-Sprecher wollte die Berichte am Samstag nicht kommentieren. „Wir werden keine Aussagen zu unseren Gläubigern machen.“ Wie viele das sind, ließ er offen.

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  • Schade um schlecker .schaut mal auf www.drogerieshop24.eu

  • "Schlecker" hatte seine Zeit. Viele Mittelständler sind "Sturrköppe". Das ist aber auch positiv für den Standort Deutschland - ohne diese "Sturrköppe" wäre der Exodus in Billigländer und Asien viel größer. Ohne diese "Sturrköppe" wäre auch die geistige Durchdringung viel niedriger. Ohne die diese "Sturrköppe" würden nur noch der Handel wachsen. Im Handel kann man zwar reich werden, aber ein geistiger Blindgänger bleiben. Handel braucht kein Wissen aufzubauen. Handel muss kosten,logistik und Verteilung durchdringen/beherrschen ... das war es auch schon. handel exportiert Arbeitsplätze und "ein technologisches Beherrschen/Durchdringen" sichert inländische Arbeitsplätze - letzteres baut sich aber nicht über Nacht auf und bedarf einer weiter in die Zukunft reichendere Planung. Die "kistenaufreißenden Händler" haben immer nur eine Zukunft, die am seidenen Faden hängt, weil sie schnell kopierbar ist.

    Schlecker hörte schlicht "den Knall" nicht u. machte weiter, als gäbe es keine Discounter plus dm plus Roßmann. Die "arme" Ausstattung der Läden und der Umgang mit Mitarbeitern war nur der letzte Tropfen, der das Faß zum überlaufen brachte.

  • btw Planinsolvenz: auch so ein suggestiv veranlagtes Verfahren im wahrsten Sinne des Wortes.

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