Drogerie- und Apothekenkonzern
Alliance Boots weist KKR-Offerte zurück

Der britische Drogerie- und Apothekenkonzern Alliance Boots hat das Übernahmeangebot des Finanzinvestors KKR zurückgewiesen. Das Board des Einzelhändlers kam zu dem Schluss, dass das Angebot nicht den fundamentalen Wert des Unternehmens widerspiegele.

dih LONDON. Der Vorstand des britische Drogerie- und Apothekenkonzerns Alliance Boots hat am Montag nach einer Sitzung mitgeteilt, er könne den Aktionären die überraschende Offerte vom Freitag nicht empfehlen. Großaktionär und Board-Mitglied Stefano Pessina nahm ebenso wie seine Geschäfts- und Lebenspartnerin Ornella Barra nicht an der Board-Sitzung teil. Er hat sich bereits auf die Seite des Angreifers geschlagen.

Die Alliance-Boots-Aktie stieg am Montagvormittag vorübergehend über die von KKR gebotenen zehn Pfund, fiel aber nach der Mitteilung des Boards unter diese Marke. Sie blieb jedoch rund sieben Prozent im Plus, nachdem sie schon am Freitag 14 Prozent gestiegen war.

Alliance Boots ist erst Ende Juli 2006 aus der Fusion der europäischen Apothekenkette Alliance Unichem mit dem britischen Drogeriekonzern Boots entstanden. Dass Pessina nur acht Monate nach dem Zusammenschluss den Abschied von der Börse betreibt, löste in der Londoner City einiges Stirnrunzeln aus. Viele Analysten bezeichneten den gebotenen Preis jedoch als gut. KKR bewertet den Konzern in dem Vorstoß von Freitagnachmittag mit 9,7 Mrd. Pfund (14,2 Mrd. Euro).

Das Board von Alliance Boots kam dennoch zu dem Schluss, dass das Angebot nicht den fundamentalen Wert des Unternehmens widerspiegele. Die Fusion sei noch nicht lange her und die Synergien und Wachstumspotenziale noch nicht ausgeschöpft, hieß es in der Mitteilung. Die Konzernführung reflektiert damit Kritik von Investoren, die argwöhnen, dass Pessina mit seinem Insiderwissen Werte identifiziert habe, von denen die Märkte noch nichts wissen könnten. Die Investoren wären gut beraten, wenn sie einen Preis von 10,60 Pfund oder mehr verlangten, sagte Luca Solca, Analyst bei Bernstein Research. Auf dem Kontinent gebe es große Wachstumschancen.

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