Drogerieketten
DM greift nach Schlecker-Filialen

Die Drogeriemarktkette DM will bis zu 80 Märkte der Schlecker-Töchter Ihr Platz und Schlecker XL übernehmen. Das Unternehmen aus Karlsruhe signalisiert Interesse an den Filetstücken des insolventen Handelshauses.
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Karlsruhe. „Logistisch ließen sich die Märkte sofort integrieren, eine Umstellung auf unser Ladenbild könnten wir zeitnah vollziehen,“ erklärte DM-Chef Erich Harsch am Montag in einer Mitteilung des Karlsruher Unternehmens. Man sei an 60 bis 80 Filialen interessiert - „vor allem von Ihr Platz und nur vereinzelt von Schlecker XL“.

Der Insolvenzverwalter von Ihr Platz war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Am vergangenen Freitag hatte sich der Münchner Investor Dubag zurückgezogen, der alle 490 Ihr-Platz-Filialen sowie die 342 Schlecker XL-Märkte hatte übernehmen wollen.

Man habe alle Standorte der Schlecker-Töchter Markt für Markt analysiert, sagte ein DM-Sprecher weiter. Höchstens 80 größere Filialen hätten sich danach für DM als interessant erwiesen. Neben der Größe sei auch der „Standort in seinem Umfeld“ entscheidend gewesen bei der Auswahl der Märkte. Im Falle einer erfolgreichen Übernahme würde die Neueröffnung unter DM-Logo nur wenige Monate dauern.

Neun Objekte von Schlecker und Ihr Platz habe man schon übernommen, sagte Harsch weiter. Ein entsprechender Vertrag sei soeben unter Dach und Fach gebracht worden. In die Modernisierung bestehender und in die Eröffnung neuer Märkte investiert DM im laufenden Jahr mehr als 100 Millionen Euro. Die Drogeriemarktkette will 2012 mindestens 130 neue Märkte eröffnen und liegt mit ihrer aktuellen Geschäftsentwicklung nach eigenen Angaben deutlich über Plan.

Das Beispiel Schlecker zeige, „dass Sparen und Gewinnmaximierung der falsche Weg zum Erfolg und kontinuierliche Investitionsbereitschaft und organische Wachstum der bessere Weg seien“, betonte Harsch gleichzeitig. Die Behauptung, dass Schlecker besser gezahlt habe als seine Wettbewerber, sei „Unsinn“. Das Einkommensniveau bei DM sei höher als bei Schlecker.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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