Drogerien
Boom der Eigenmarken flaut ab

Der Boom der Eigenmarken in den Drogeriemärkten neigt sich seinem Ende zu. Wie der Verband Körperpflege- und Waschmittel am Dienstag in Frankfurt berichtete, stagnierte der Umsatz mit den Preisbrechern in diesem Jahr. In den Vorjahren waren die Billigmarken der Handelsketten noch teils rasant gewachsen.
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FRANKFURT. Bei Wasch- und Reinigungsmitteln lag der Umsatzanteil der Eigenmarken bei 32 Prozent - ein Prozentpunkt weniger als im Vorjahr. Bei Körperpflegeprodukten entfielen 21 Prozent auf die No-Names. "Diese Stagnation beobachten wir in diesem Jahr zum ersten Mal", sagte Verbandsvorstand Andreas Lange, hauptberuflich Manager bei Henkel.

Für die neue Entwicklung gibt es mehrere Gründe. So haben Markenhersteller wie Henkel und Procter & Gamble günstigere Einstiegsmarken entwickelt und bewerben etwa neue Deo-Marken stärker. Zudem sorgt der harte Wettbewerb der deutschen Drogeriemärkte dafür, dass die Preise für die Marken schmelzen. Umsatzverluste musste dabei vor allem die Drogeriekette Schlecker hinnehmen. Sie wirken sich sogar auf die Zahlen der Hersteller aus: Ein Minus von vier Prozent bei Haarpflegemitteln führt der Verband auch auf Filialschließungen bei dem Marktführer zurück. Zudem wirkt sich die Konsolidierung der Discounter aus.

Inzwischen wachsen die Billigmarken europaweit, nur nicht in Italien und im Krisenland Spanien. Produkte unter Eigenmarken für die deutschen Ketten werden vor allem von darauf spezialisierten Firmen wie Dalli und Luhns in Europa entwickelt und hergestellt.

Die gesamte Branche erwartet etwas Wachstum. Nach einem leichten Rückgang um 0,3 Prozent für Körperpflegemittel 2010 auf 12,8 Milliarden Euro und einem Plus von 3,5 Prozent bei Reinigungsmitteln auf 4,3 Milliarden Euro rechnet sie für 2011 mit 0,5 bis 1,5 Prozent Wachstum - allerdings bei hartem Wettbewerb, der die Preise drückt.

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