Drogerieunternehmen
Müller könnte Douglas-Beteiligung aufstocken

Das Drogerieunternehmen Müller könnte bis Mitte September seine Beteiligung am Handelskonzern Douglas auf mehr als 25 Prozent aufstocken. Die Entscheidung darüber liegt allerdings nicht bei Müller selbst.
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DüsseldorfDer Drogerieunternehmer Erwin Müller könnte seine Beteiligung am Handelskonzern Douglas in nächster Zeit auf mehr als 25 Prozent aufstocken. Doch ob und wann das wirklich passieren wird, ist offen. Müller, der schon 10,8 Prozent an Douglas hält, hat die Möglichkeit, bis Mitte September insgesamt weitere 15,55 Prozent der Douglas-Aktien zu erwerben, wie das Unternehmen am Freitag in einer Pflichtmitteilung offenlegte.

Die Entscheidung, diese Optionen auszuüben, liegt allerdings nicht bei Müller sondern bei dem - nicht genannten - Verkäufer der Anteilsscheine. „Ob und gegebenenfalls wann dies der Fall sein wird, kann aus Sicht der Douglas Holding AG nicht beurteilt werden“, erklärte das Unternehmen. Die ersten Optionen können bis 2. März ausgeübt werden, die letzten bis 21. September.

Hintergrund der Mitteilung sind neue, erst seit Mittwoch geltende Bestimmungen des Wertpapierhandelsgesetzes. Bis dahin musste diese Art von Optionen nicht offengelegt werden, weil es nicht in der Macht des sogenannten Stillhalters steht, ob er die zugrundeliegenden Aktien tatsächlich bekommt. Seit 1. Februar gelten für Investoren börsennotierter Firmen strengere Pflichten.

Nun reicht schon die wirtschaftliche Möglichkeit, an die Anteilsscheine zu kommen. Mit der Neuregelung wollte der Gesetzgeber vermeiden, dass sich Käufer im Verborgenen im großen Stil an Firmen beteiligen - sich an sie „anschleichen“, ohne dass andere Anleger oder der Vorstand davon etwas mitbekommen.

Dabei bleibt aber offen, zu welchen Bedingungen und welchen Preisen Müller tatsächlich Zugriff auf das Aktienpaket bekommen kann - und wann er die Optionen vergeben hat. Der Ulmer Unternehmer hatte vor einem Jahr gesagt, er sehe langfristig den Wert der Douglas-Aktien bei bis zu 48 Euro. Am Freitagabend schlossen sie bei 32,33 Euro.

Müller hatte bereits angekündigt, bei Douglas weiter aufstocken zu wollen. Douglas-Chef Henning Kreke hatte dem Drogerieunternehmer aber stets die kalte Schulter gezeigt. Ein Übernahmeversuch sei zum Scheitern verurteilt, die anderen Großaktionäre wollten ihre Anteile nicht verkaufen, hatte Kreke vor gut einem Jahr erklärt.

Seit kurzem aber prüft die Gründerfamilie Kreke selbst neue Optionen für Douglas: Sie erwägt, den Konzern im Schulterschluss mit Finanzinvestoren von der Börse zu nehmen. Damit könnte er den Zugriff Müllers verhindern wollen. 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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