Drohende Insolvenz
Frist für Schlecker-Tochter in Österreich

Nägel mit Köpfen möchte Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz bei der Auslandsgesellschaft in Österreich machen. Für den geplanten Verkauf des Geschäfts hat er eine Frist gesetzt. Man könne nicht ewig auf eine Investorenlösung warten.
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Stuttgart/Ehingen/WienDer Insolvenzverwalter der Drogeriemarktkette Schlecker drückt angesichts der drohenden Zahlungsunfähigkeit der Tochter in Österreich bei möglichen Käufern aufs Tempo und hat eine Frist gesetzt. "Die Situation ist schwierig", sagte ein Sprecher von Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Mittwoch. Derzeit würden erste Sondierungsgespräche mit mehreren Interessenten geführt, die die rund 930 Filialen als strategische Investoren weiterführen wollten.

Für Finanzinvestoren sei die österreichische Tochter, an der auch die Geschäfte in Luxemburg, Belgien, Polen und Teilen von Italien hängen, uninteressant. "Allein ist Schlecker in Österreich nicht lebensfähig", sagte der Sprecher. Die Tochter schreibe rote Zahlen, die Zahlungsfähigkeit sei nicht mehr allzu lang gesichert, sagte ein Insider.

In Österreich war die Kreditversicherung aufgekündigt worden und Geiwitz habe der Auslandsgesellschaft bisher rund 27 Millionen Euro in Form von Waren und Bargeld geborgt. Eine sogenannte Stand-alone-Lösung habe keine Chance, weil Schlecker-Österreich zu sehr vom Mutterkonzern abhängig sei, sagte Geiwitz.

Das betrifft vor allem die Warenlieferung. Er setzt auf klassische Warenhändler: „Entweder es gibt einen Systempartner, der die Läden sinnvoll relativ schnell bestücken kann oder, wenn wir keinen finden, dann droht im schlimmsten Fall auch die Insolvenz in Österreich.“ In Österreich hat Schlecker rund 930 Filialen und 3000 Mitarbeiter.

Bei der bereits insolventen Tochter IhrPlatz drängt die Zeit ebenfalls: Bis Ende Juni soll mit einem der beiden Interessenten ein Vertrag unterschrieben sein, um dem Fortbestand der Filialen zu sichern, stellte der Insolvenzverwalter in Aussicht. Außer mit einem strategischen Investor werde auch erneut mit dem Münchener Finanzinvestor Dubag verhandelt, der ein neues Modell für die Finanzierung der Warenkreditversicherungen vorgelegt habe.

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Keine Lösung für Schlecker XL

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