Druck der billigen Konkurrenz kostet 1200 Jobs
P & O Ferries muss deutlich abspecken

Die Fährgesellschaft Peninsular & Oriental Steam Navigation Co. (P & O) zieht die Notbremse. Unter dem Druck billigerer Konkurrenz aus der Luft schränkt die Firma das Fährgeschäft zwischen Großbritannien und dem europäischen Kontinent drastisch ein.

fs LONDON. P & O will bei ihrer Tochter P & O Ferries acht von 31 Schiffen stilllegen, vier der bislang 13 Routen werden ebenfalls reduziert. Bis zu 1 200 Arbeitsplätze stehen durch die Veränderungen zur Disposition, 350 weitere könnten verlagert werden. Die Gesellschaft hofft dadurch, 55 Mill. Pfund (83 Mill. Euro) im Jahr zu sparen. In diesem Jahr allerdings muss das Unternehmen 240 Mill. Pfund durch Abschreibungen und Implementierung der angekündigten Veränderungen auf sich nehmen. Die Dividende werde dadurch nicht beeinflusst, hieß es.

Die Aktie reagierte positiv. Sie stieg um nahezu vier Prozent auf knapp 260 Pence. Auch die Analysten reagierten erfreut auf die Nachricht. So hat die Gesellschaft nach Angaben der Schweizer Bank CSFB weit mehr Abbau verkündet als im Vorfeld erwartet. Die Gesellschaft hatte die Überprüfung im März bei der Vorstellung des Jahresergebnisses angekündigt.

P & O Ferries leidet wie andere unter der gestiegenen Konkurrenz. Billige Fluggesellschaften machen den Dienstleistern ebenso das Geschäft streitig wie der unterirdische Euro-Tunnel, der Festland und Insel deutlich schneller verbindet. Zuletzt sank auch noch die Zahl der Reisenden aus England, die für billigen Alkohol aus Frankreich einen Tagestrip per Fähre buchten. P & O Ferries bietet auch professionellen Fracht-Service an. Geplant ist deshalb, diese Dienstleistung deutlich zu verbessern. Die Hälfte des Umsatzes von P & O Ferries stammt aus jedoch dem Tourismus-Geschäft, inklusive der Ausgaben an Bord. Im vergangenen Halbjahr musste P & O Ferries einen operativen Verlust von gut 25 Mill. Pfund hinnehmen. Derzeit arbeiten mehr als 6 100 Angestellte bei dem Fährunternehmen. Woods bedauerte in einer Stellungnahme ausdrücklich den Abbau der Arbeitsplätze. Doch den dürften die Gewerkschaften nicht ohne Streiks hinnehmen.

P & O Ferries will bis auf die Route Portsmouth – Bilbao sämtliche Strecken auf dem West-Kanal einstellen. Dort wird künftig nur noch ein Schiff statt bislang sechs agieren. Auch die Route von Dover nach Calais wird um eine Fähre reduziert. Einige der Schiffe sollen als Charter angeboten werden. Auch das Outsourcen des gesamten Flottenmanagements sei möglich, darüber sei aber noch keine Entscheidung gefallen, teilte CEO Robert Woods mit.

Einen Verkauf der Fähren-Sparte schloss der Chef ausdrücklich aus. P & O Ferries ist eine von zwei Kernsparten der Firma. Der wichtigere und deutlich stärker wachsende Teil ist jedoch P & O Ports, das Fracht- und Logistikgeschäft in internationalen Häfen. Hier profitiert das Unternehmen von dem starken Wachstum in China. Die Sparte P & O Ports macht etwa drei Viertel der Einnahmen der Gesellschaft aus. Die Firma besitzt zudem noch Immobilien wie das La Manga Club Resort in Spanien, von denen sie sich ebenso trennt wie von der früheren Kooperation mit P & O Nedlloyd, dem Containerschiffservice.

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