DRV macht Front gegen Verkauf
Lidl-Bahntickets ärgern die Reisebüros

Der geplante Sonderverkauf von Billigtickets für die Bahn zum Preis von 49,90 Euro beim Discounter Lidl treibt die deutschen Reisebüros auf die Barrikaden.

HB BERLIN. Der bundeseigene Konzern sei verpflichtet, seine Produkte auf allen Vertriebswegen zu identischen Preisen anzubieten, teilte der Deutsche Reisebüro- und Reiseveranstalter-Verband (DRV) am Dienstag mit. Die Aktion diskriminiere die 3200 Reisebüros mit Bahn- Lizenz. Der Verband unterstütze daher ein Büro, das den vom 19. Mai an geplanten Verkauf bei Lidl per einstweiliger Verfügung vor Gericht verbieten lassen wolle. Die Bahn wies die Kritik zurück.

DRV-Vizepräsident Hans Doldi begrüßte das Ziel, mit attraktiven und leicht verständlichen Preisen neue Kunden zu gewinnen. Die Bahn müsse solche Angebote aber allen Verbrauchern öffnen und dürfe nicht über den Vertrieb in den Reisebüros hinweggehen. Ein Bahnsprecher sagte dagegen, wenn es mit der Aktion gelinge, neue Kunden für das Zug fahren zu gewinnen, profitierten auch die Reisebüros davon. Der Sonderverkauf sei zudem rechtlich geprüft worden.

Um bisherige Nicht-Bahnfahrer anzusprechen, will der Konzern vom 19. bis 28. Mai bundesweit in Lidl-Filialen einen Satz von zwei Fahrkarten für insgesamt 49,90 € anbieten. Die Tickets sollen bis 3. Oktober für eine beliebig weite Fahrt zweiter Klasse innerhalb Deutschlands gelten. Der Reisende muss Namen, Strecke und Datum eintragen. Das Angebot rechnet sich laut Bahn von 160 Kilometern an. Den Fernzügen macht harte Konkurrenz der Billigflieger zu schaffen.

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