DSD-Rivale
Landbell macht sich im Südwesten breit

Der größte Rivale des Dualen System Deutschland ist nun flächendeckend im gesamten Westen der Republik vertreten. Landbell hat die Zulassung für Baden-Württemberg erhalten.

HB DÜSSELDORF. Die Landbell AG habe am Mittwoch den amtlichen Bescheid des Umweltministeriums in Baden-Württemberg erhalten, teilte das Unternehmen mit. Das Mainzer Unternehmen rechnet damit, innerhalb der nächsten zwei Monate in Brandenburg, Thüringen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern zugelassen zu werden und damit in ganz Deutschland die Erlaubnis für das Einsammeln und Verwerten von Kunststoff-Verpackungen zu haben. „Der Wettbewerb der Dualen Systeme tritt nun in eine entscheidende Phase“, sagte Vorstandschef Wolfgang Schertz.

Landbell trat 2003 als erster Wettbewerber in Konkurrenz zum Dualen System Deutschland (DSD) auf, das seit 1991 zunächst eine staatlich gewollte Monopolstellung innehatte. Heute hat das DSD noch einen Marktanteil von gut 70 Prozent. Ähnlich wie das DSD organisiert Landbell im Auftrag von Industrie und Handel das Recycling von Verpackungen, auf denen der „Grüne Punkt“ steht. Die Hersteller dieser Verpackungen haben Lizenzgebühren für die Entsorgung entrichtet. Allerdings landet nach Angaben des DSD mindestens ein Viertel aller Verpackungen im Entsorgungssystem „Grüner Punkt“, ohne dass dafür Gebühren gezahlt wurden.

Landbell nutzt die gleichen Sammelbehälter wie das DSD, also die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Landbell ist überzeugt, dass durch den Wettbewerb um den Verpackungsabfall die Entsorgungskosten sinken können und dadurch letztlich auch die Endverbraucherpreise der verpackten Produkte.

Neben Landbell will auch Deutschlands größter Entsorger Remondis mit seiner Tochter Eko-Punkt flächendeckend in das Geschäft einsteigen, bislang hat Eko-Punkt aber erst eine Zulassung für Hamburg. Der Kölner Entsorger Interseroh hat dagegen bis auf drei Bundesländer schon für ganz Deutschland die Zulassung für sein eigenes „Duales System Interseroh“ (DSI). Daneben betreiben diverse Unternehmen auch so genannte Selbstentsorger-Systeme, bei denen Verpackungen nicht vor der Haustür der Verbraucher, sondern in den Geschäften, Handwerksbetrieben und Ladengeschäften abgeholt werden.

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