Duales System Deutschland
Finanzinvestor KKR verkauft "Grünen Punkt"

Der Finanzinvestor KKR verkauft das Duale System Deutschland an Solidus Partners. Das Management will aber weiter an dem Unternehmen mit dem "Grünen Punkt" beteiligt sein.
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HB KÖLN. Der „Grüne Punkt“ bekommt einen neuen Eigentümer. Der Finanzinvestor KKR verkauft den Verpackungsmüll-Entsorger Duales System Deutschland (DSD) an die britische Private-Equity-Gesellschaft Solidus Partners, wie das Kölner Unternehmen am Donnerstag mitteilte. KKR erlöst mit dem Verkauf Finanzkreisen zufolge einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag. KKR hatte vor sechs Jahren 260 Millionen Euro für das DSD gezahlt. Die Geschäftsführung um Stefan Schreiter wird weiterhin einen kleinen Minderheitsanteil an dem Entsorger halten.

Bei KKR wird die Beteiligung als gutes Investment bewertet. Finanzinvestoren finanzieren üblicherweise große Teile der Kaufsumme mit Fremdkapital und ziehen immer wieder Gewinne aus ihren Beteiligungsunternehmen.

KKR hatte das im Zuge der Verpackungsverordnung vor 20 Jahren als Selbsthilfeorganisation von Handel und Industrie entstandene DSD zu einem auf Profit ausgerichteten Unternehmen umgebaut. Schreiter, der das DSD seit 2006 führt, versprach den Kunden und den 250 Mitarbeitern Kontinuität. Solidus-Gründer Philippe von Stauffenberg sagte, das DSD setze auf Wachstum.

Die Plattform solle europaweit ausgebaut werden. Solidus Partners investiert anders als die meisten Private-Equity-Firmen nicht aus festen Fonds, sondern sammelt für jede Beteiligung einzeln Geld bei privaten und institutionellen Anlegern ein.

Der 46 Jahre alte Stauffenberg mischt sich häufig persönlich in die Geschäftsführung ein, unter anderem bei Klassik Radio. Der Umsatz des ehemals monopolistischen Systems war in den vergangenen Jahren sukzessive gesunken, 2009 setzte das DSD 684 Millionen Euro um, zwei Jahre zuvor noch 850 Millionen.

Der „Grüne Punkt“ ist dennoch profitabel. KKR hatte das Unternehmen mit der Maßgabe übernommen, Wettbewerb auf dem Markt zuzulassen. Inzwischen tummeln sich neun Firmen auf dem Markt für Abholung, Sortierung und Recycling von Verpackungen. Das DSD hatte diverse Großkunden verloren und kommt noch auf etwas mehr als 50 Prozent Marktanteil, die börsennotierte Interseroh ist mit weniger als zehn Prozent die Nummer zwei.

Beim Verkauf an einen Konkurrenten hätten Probleme mit dem Kartellamt gedroht.

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