Duales System entzieht Aufträge
DKR steht vor dem Aus

Den Auftrag zur Verwertung gebrauchter Kunststoff-Verpackungen vergibt das Duale System Deutschland (DSD) mit dem „Grünen Punkt“ womöglich erstmals nach 13 Jahren in fremde Hände.

HB KÖLN. Der Ende 2005 auslaufende Vertrag mit der eigenen Tochterfirma, der Deutschen Gesellschaft für Kunststoff-Recycling (DKR), werde nicht verlängert, sagte ein DSD-Sprecher am Montag in Köln. Der Grund für diese Entscheidung des Aufsichtsrates liege in der Umstrukturierung des DSD, das unlängst vom US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts übernommen wurde. Der Ex-Monopolist war vom Bundeskartellamt verpflichtet worden, Aktien zu verkaufen.

Die DKR verliert nach eigenen Angaben 99 % ihres Auftragsvolumens und steht damit vor dem Aus. Die Gesellschaft hat sich als Garantiegeberin bisher allein um die Verwertung von Kunststoff-Verpackungen mit dem Grünen Punkt für das Duale System gekümmert. Allein im 2003 habe sie von der Chipstüte bis zur Wurstverpackung 633 000 Tonnen verwertet und damit 175 Mill. € Umsatz erzielt. Ein Auslaufen des Vertrages könnte Auswirkungen für rund 70 Mitarbeiter haben. „Die Gesellschafterversammlung muss uns jetzt sagen, was sie mit uns vor hat“, sagte ein DKR-Sprecher.

Die Recycling-Firma gehört zu 49,6 % dem Dualen System, Mehrheitsgesellschafter mit 50,4 % ist die Kunststoffindustrie, vertreten in der Beteiligungs- und Kunststoffverwertungs-Gesellschaft (BKV). Diese zeigte sich besorgt über die DSD-Pläne: „Mit der angekündigten Nicht-Verlängerung des Vertrags würde ein bestehendes, funktionierendes System ohne gleichwertige Alternative zerschlagen“, teilte die BKV am Montag mit.

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