Düsseldorf und Köln-Bonn: Streiks an Flughäfen gehen auch Freitag weiter

Düsseldorf und Köln-Bonn
Streiks an Flughäfen gehen auch Freitag weiter

Das Sicherheitspersonal an den Flughäfen Düsseldorf und Köln-Bonn wird auch am Freitag weiterstreiken. Der Tarifkonflikt könnte bis zum Wochenende die Abfertigung beeinträchtigen, viele Flüge fielen bereits aus.
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Köln/DüsseldorfAn den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn müssen sich Passagiere auch am Freitag auf Verspätungen und Annullierungen gefasst machen. Die Gewerkschaft Verdi rief ihre Mitglieder dazu auf, die Arbeit an den Security-Checks der beiden Airports weiter ruhen zu lassen. An den Flughäfen streikten die Sicherheitsleute bereits am Donnerstag - bis zum Nachmittag fielen insgesamt 200 Flüge aus. Die Gewerkschaft will mit den Arbeitsniederlegungen ihrer Forderung nach höheren Löhnen Nachdruck verleihen.

Die Gewerkschaft hatte die Aktion in der Nacht kurzfristig angekündigt. Sie will den Druck für die Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft erhöhen.

Betroffen waren am Donnerstag nach Angaben von Verdi vor allem die Kontrollstellen für Fluggäste. Am Flughafen Düsseldorf fielen bis zum frühen Nachmittag fast 150 Flüge aus, sagte ein Flughafensprecher. Gestrichen worden seien vor allem innerdeutsche Flüge und Europa-Verbindungen. Die Langstreckenflüge konnten demnach zunächst abgefertigt werden. Passagiere mussten sich vor den Personenkontrollen auf Wartenzeiten von eineinhalb Stunden einstellen. Lediglich acht der über 40 Kontrollstellen seien besetzt. Übersichtlicher ist die Lage am kleineren Flughafen Köln/Bonn: Dort wurden zunächst 20 von insgesamt 160 Flügen abgesagt.

Erst vergangenen Freitag hatte ein Streik des Sicherheitspersonals den Hamburger Flughafen lahmgelegt. Dort waren 63 von 176 geplanten Flügen abgesagt worden, rund 12 000 Passagiere blieben am Boden und konnten ihre Reise nicht antreten.

Verdi will für die Sicherheitsleute an Flughäfen in Nordrhein-Westfalen einen Stundenlohn von einheitlich 16 Euro durchsetzen - zurzeit erhalten sie den Angaben zufolge höchstens 12,36 Euro. „Das sind die Leute, die Terroranschläge verhindern sollen“, begründete Verdi-Sprecher Günter Isemeyer die Forderung. Auch für Sicherheitsleute in anderen Bereichen will die Gewerkschaft mehr Geld. Die Arbeitgeber in NRW hätten es vor einigen Wochen abgelehnt, die Verhandlungen fortzusetzen.

Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) hatte vergangene Woche kritisiert, Verdi habe bei den Forderungen für das Flughafen-Personal „jedes Maß verloren“. In Nordrhein-Westfalen hätten die Arbeitgeber eine Lohnerhöhung von 9,22 Prozent angeboten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Düsseldorf und Köln-Bonn: Streiks an Flughäfen gehen auch Freitag weiter"

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  • Für die verantwortungsvolle Tätigkeit habe die Angestellten der Luftsicherheit einen Lohn von 16,00 € in der Stunde mehr als verdient - was ist mit den anderen Menschen wie z.B. in der Pflege, wir arbeiten auch mit Menschen, rund um die Uhr, an den Wochenenden und wenn wir einen Fehler machen kann das Menschenleben kosten. Wir gehen mit 9 bis 10 €, bekommen nur Teilzeitarbeitsverträge, als ob wir uns nach der Knochenarbeit noch freuen auf einen Nebenjob um unsere Miete und die ständig steigenden Lebenshaltungskosten finanzieren zu können. Wir können uns leider nicht erlauben zu streiken, weil wir sonst die Arbeit auch noch verlieren. Die soziale Ungerechtigkeit in Deutschland wird leider immer größer.

    Vielen dank auch

    Christine

  • Wozu brauchen wir noch Beamte?
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    "Für die Passagierkontrolle des Airports ist die Bundespolizei verantwortlich, die aber diese Aufgaben an eine Privatfirma vergeben hat."

    ■ Die Bundespolizei hat also diese Aufgabe schon privatisiert.
    ■ Es gibt Privatschulen mit angestellten Lehrern, und die sind auch besser.
    ■ Post und Bahn wurden schon privatisiert.

    Dann kann man auch die Polizei, das Finanzamt, etc. privatisieren.
    Die Konsequenz muß sein, das Beamtentum abzuschaffen. Es ist ein Relikt aus der Kaiserzeit und die ist bekanntermaßen schon lange vorbei.
    UND: BEAMTE dürfen ja "ANGEBLICH" nicht streiken.
    Die Arbeitgeber haben 9,8% Lohnerhöhung angeboten, aber Ver.di will 30% mehr!
    In anderen Branchen fordern sie "NUR" 6,5%.
    Und deshalb werden die Passagiere (aka "Kunden") in Geiselhaft genommen.

    Welche Löhne zahlt eigendlich Ver.di ihren "Mittarbeitern"?

  • Ist wohl einfach der pure Egoismus, der hier regiert.
    Ich will ! Und die Anderen sind einfach egal .....

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