Düsseldorfer Handelskonzern: Metro und die Start-ups – eine Annäherung

Düsseldorfer Handelskonzern
Metro und die Start-ups – eine Annäherung

Der Düsseldorfer Handelskonzern lädt zum dritten Mal zum „Meetup“. Metro-Chef Olaf Koch will den Austausch zwischen Gründern, Experten und den eigenen Managern fördern und ein professionelles Netzwerk aufbauen.
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DüsseldorfDie Namensschilder schreibt sich jeder selbst – und schon gibt es die erste Unsicherheit: Komplett oder doch lieber nur den Vornamen? Schließlich ist der Rahmen an diesem Abend im Bazzar-Café auf dem Campus von Metro weit weniger offiziell als man es beim Düsseldorfer Handelskonzern gewohnt ist. Laute Musik. Bier in Flaschen. Das „Sie“ ist dem „Du“ gewichen. Die Rede ist von „Speakern“, die ihre Ideen „pitchen“. Nur wenige, darunter der Metro-Chef, tragen Anzug. Die Krawatte hat aber auch Olaf Koch abgelegt.
Willkommen beim „Meetup“. Das von Metro organisierte Treffen von Gründern und Start-up-Experten mit Managern aus den eigenen Reihen und anderen Unternehmen ist bereits das dritte in wenigen Monaten. Der Metro-Chef will den gemeinsamen Austausch fördern und ein professionelles Netzwerk aufbauen – sicher auch die ein oder andere Idee abgreifen, die seinen Kunden im Zeitalter des Internets von Nutzen sein können.
Denn, das betont Koch gern, mit rund zwei Millionen Restaurants, Hotels und Caterern in Westeuropa gebe es ein riesiges Marktpotenzial, das jedoch kaum digital unterwegs sei. 35 Prozent hätten nicht mal eine eigene Webseite, gut drei Viertel würden keine Online-Buchungsplattform nutzen. Auch Metro selbst – dazu gehören die Großhandelsmärkte Cash & Carry, die Elektrofachgeschäfte Media-Markt und Saturn, die Real-Supermärkte und die Kaufhof-Warenhäuser – hat Nachholbedarf im Internetgeschäft. Konzernweit lag der Onlineumsatz im ersten Quartal 2014/15 (Ende Dezember) nur bei 600 Millionen Euro, das entspricht gerade einmal gut drei Prozent.

Metro und die Start-ups – das ist eine Annäherung. Koch findet, es ist an der Zeit, sich wieder mehr um das Thema Innovationen zu kümmern; Neues zu wagen. Der MDax-Konzern steckt zwar noch immer im Umbau. Der Kurs der Aktie entwickelt sich seit Jahren nicht so wie es sich die Aktionäre, allen voran der Familienkonzern Haniel, wünschen. Aber Koch hat seit seinem Amtsantritt 2012 durchaus Fortschritte gemacht. Er stoppte den Rückgang des Umsatzes auf bestehender Fläche und senkte die Nettoverschuldung.
Zwar schließt Koch Beteiligungen durch den Handelskonzern nicht aus. Erst kürzlich ist Metro mit 15 Prozent beim Düsseldorfer Start-up Emmas Enkel eingestiegen, das Nahversorgung im Stil der früheren Tante-Emma-Läden mit E-Commerce verbindet. „Aber es geht nicht um Kohle“, stellte Koch beim Meetup klar. Metro sehe sich nicht als Risikokapitalgeber.

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