Düstere Zwischenbilanz
Versandhandel reißt tiefes Loch bei Karstadt-Quelle

Im Tagesgeschäft läuft es für Karstadt-Quelle schlecht: Der Umsatz ging in den ersten sechs Monaten des Jahres weiter zurück, das Ergebnis fiel negativ aus. Nur dank der Verkäufe von Immobilien konnte der Handelskonzern netto ein Plus ausweisen. Das Unternehmen korigierte seine Jahresprognose nach unten.

HB DÜSSELDORF. Im ersten Halbjahr sei der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 4,2 Prozent auf 6,47 Mrd. Euro geschrumpft, teilte der Konzern am Mittwoch in einer Pflichtmeldung mit. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) rutschte der Konzern weit tiefer in die roten Zahlen als von Analysten erwartet: Das Minus belief sich auf 41,7 Mill. Euro; im Vorjahreszeitraum standen hier noch plus 19,4 Mill. Euro. Unter dem Strich verdiente KarstadtQuelle aber dank der millionenschweren Immobilienverkäufe 558,1 Mill. Euro nach einem Minus von 271,9 Mill. Euro.

Analysten hatten für das Halbjahr mit einem bereinigten Umsatz von 6,62 Mrd. Euro und mit einem Ebitda-Verlust von 12,7 Mill. Euro gerechnet.

Die beiden großen Versandhandelsmarken Quelle und Neckermann entwickelten sich schwächer als geplant, räumte Vorstandschef Thomas Middelhoff ein: der Umsatz der Versandsparte brach um 14 Prozent ein. Operativ verbuchte die Sparte allein einen Verlust von 107,5 Mill. Euro. Um den Umsatzschwund zu bremsen, kündigte Middelhoff ein Programm an, das zu außerordentlichen Kosten von 200 Mill. Euro führen werde. Im zweiten Halbjahr solle zudem eine Werbekampagne für den Versandhandel gestartet werden, die die Umsätze wieder nach oben bringen soll.

Mit dem Warenhausgeschäft zeigte sich Konzernchef Middelhoff sehr zufrieden. Diese laufe nach der Trennung von den kleineren und unprofitablen Filialen von Quartal zu Quartal besser. Die Umsätze legten im Quartal um 6,1 Prozent zu; trotzdem verbuchten die Warenhäuser aber noch einen Betriebsverlust von 36 Mill. Euro.

Die Touristiktochter Thomas Cook entwickelte sich den Angaben zufolge planmäßig und wies ein bereinigtes Ebitda „deutlich über Vorjahr“ aus.

Prognose gesenkt

Angesichts der Umsatz- und Ergebnisentwicklung senkte Karstadt-Quelle seine Erwartungen für das Gesamtjahr. Statt einer Steigerung des Ebitda von 20 Prozent rechne Karstadt-Quelle nur noch mit einem 10-prozentigen Plus, jeweils ohne Berücksichtigung der Immobilienverkäufe. Als Ebitda-Vorjahreswert nannte das Unternehmen hier 199 Mill. Euro.

Konzernchef Middelhoff baut derzeit das Unternehmen derzeit kräftig um: Durch die komplette Abgabe kleinerer Warenhäuser und den Verkauf fast aller Immobilien hat er das Unternehmen weitestgehend entschuldet, muss nun allerdings die Standorte zurückmieten. Den Versandhandel richtet er neu aus: Quelle wird klassischer Katalogversender bleiben, Neckermann soll zur Nummer eins im deutschen Online-Handel aufsteigen.

Die KarstadtQuelle-Aktie reagierte mit einem Kurseinbruch um mehr als 7 Prozent auf rund 16,15 Euro.

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