Duisport: Nächster Halt: Kleinasien

Duisport
Nächster Halt: Kleinasien

Seit zwei Jahren fährt regelmäßig ein Güterzug von Duisburg nach Peking. Doch nun wackelt Chinas Wirtschaft, und das Verhältnis zu Russland ist eisig. Der Duisport-Chef setzt daher auf Züge in die Türkei – und den Iran.

DuisburgGenau 16 Tage waren es, die der erste mit Containern bestückte Güterzug auf seiner Testfahrt von Duisburg-Ruhrort ins chinesische Chongqing benötigte. Das war im März 2011. Ein Jahr später starteten die Duisburger, vermittelt durch die Bahn-Tochter DB Schenker, eine wöchentliche Verbindung in die chinesische Metropole.

Die Zeit, die der Güterzug heute für die 10.300 Kilometer lange Strecke über Polen, Weißrussland, Russland und Kasachstan benötigt, ist auf zwölf Tage geschrumpft, statt der vormals wöchentlichen Verbindung verkehrt der „Yuxinou“ – so sein chinesischer Name – inzwischen täglich. Zur Freude der Duisburger hat sich zudem der chinesische Autozulieferer Nanjing High Accurate Drive Equipment, angezogen durch die Trans-Eurasia-Express, im Hafen angesiedelt.

Das alles aber ist Duisport-Chef Erich Staake nicht genug. Der Herrscher über Duisburgs Hafen hat es auf die südliche Route der Seidenstraße abgesehen – mit Investitionen in der Türkei und womöglich auch im Iran. „Der transeurasische Raum wird an Bedeutung gewinnen“, sagte er jetzt dem Handelsblatt, „auch wenn die politischen Verhältnisse dort noch instabil sind.“

Den ersten Schritt hat Staake schon vollzogen. Am 18. November unterzeichnete er mit der türkischen Arkas Holding ein 80 Millionen Euro schweres Bauprojekt in der Nähe Istanbuls. Auf 200.000 Quadratmetern soll dort eine Logistikdrehscheibe entstehen, die den Lkw- und Zugverkehr versorgt. An dem Joint-Venture, dem auch Hochtief angehört, halten die Duisburger ein Drittel der Anteile.

Was den Standort für Duisport interessant macht: Nicht nur der neue Mega-Flughafen Istanbuls soll 2018 öffnen, auch der Marmaray-Tunnel unter dem Bosporus, der dieses Jahr für den Güterzugverkehr freigegeben werden soll, erleichtert Non-Stop-Fahrten nach Kleinasien.

Schon jetzt schickt Duisport pro Woche 15 Mal eigene Züge in Richtung Türkei. „Durch die neue Drehscheibe wird es nun einfacher, auch Ankara oder Georgien ins Streckennetz aufzunehmen“, erklärt Staake.

Womöglich geht die Reise der Güterzüge künftig noch weiter. Seine Visitenkarte hat der Duisport-Chef sicherheitshalber schon einmal bei Teherans Verkehrsminister Abbas Ahmad Akhoundi hinterlassen. Anfang vorletzter Woche reiste er gemeinsam mit Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) nach Persien, um auch dort mögliche Logistikprojekte zu sondieren.

Ob es zum Bau einer gemeinsamen Logistikdrehscheibe im Iran kommen wird, ist längst noch nicht entschieden. Diese Investitionschance käme dem Duisport-Chef allerdings gelegen. Immerhin hält Iran – wie auch die Türkei – einen Markt von 80 Millionen Konsumenten vor. „Wir wollen uns international in die Prozess- und Wertschöpfungskette einklinken“, konkretisierte er seine Pläne, „und nicht nur Gewerbeflächen vermarkten.“

Gelungen ist ihm das bereits in Dubai, wo Duisport gemeinsam mit dem Hafenbetreiber DB World für die Hinterlandanbindung sorgt. Auch der brasilianische Hafen Santos ließ sich von Staakes Mannschaft ein Konzept schneidern, um den größten Hafen des Landes mit dem Inlandsnetz zu verbinden.

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