Dumpingstrategie Protest gegen billige E-Bikes aus China

Elektrofahrräder aus China werden auf dem EU-Markt zu teils extrem niedrigen Preisen verkauft. Das soll laut den europäischen Herstellern nur durch illegale Staatshilfen möglich sein – und reichen Beschwerde ein.
Update: 02.10.2017 - 09:22 Uhr 3 Kommentare
Billige E-Bikes aus China erregen Protest Quelle: dpa
Elektrofahrräder

E-Bikes erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Das ruft die Chinesen auf den Plan.

(Foto: dpa)

BrüsselIm Handel zwischen der Europäischen Union (EU) und China gibt es einen neuen Streitpunkt: Nun wirft die europäische Seite der Volksrepublik auch unfaire Praktiken auf dem Markt für Elektrofahrräder vor. Der Verband der europäischen Fahrradhersteller (EBMA) reichte bei der EU-Kommission eine entsprechende Beschwerde ein. Demnach verkaufen chinesische Produzenten E-Bikes auf dem EU-Markt dank illegaler Staatshilfen zu extrem niedrigen Preisen, teils unter den Produktionskosten. Die Brüsseler Behörde hat bis Ende Oktober Zeit, um über ein Ermittlungsverfahren zu entscheiden. Zwist gibt es bereits unter anderem über chinesische Stahl- und Solarmodulimporte.

Laut EBMA wurden im vergangenen Jahr mehr als 430.000 E-Bikes aus China in der EU verkauft, 40 Prozent mehr als 2015. Fürs laufende Jahr erwartet der Verband einen Anstieg auf etwa 800.000 Stück. Den Angaben zufolge kaufen die Europäer insgesamt rund 20 Millionen Fahrräder im Jahr. Davon seien derzeit etwa zehn Prozent E-Bikes. Der Anteil könne binnen fünf Jahren auf 25 Prozent steigen. Ungefähr 95 Prozent aller verkauften E-Bikes sind sogenannte Pedelecs. Bei diesen Fahrzeugen wird die Tretkraft bis zu einer Geschwindigkeit von max. 25 km/h und mit einer Nenndauerleistung des Elektromotors von max. 250 Watt unterstützt.

Kurioses, Cooles, und Klappbares
Pininfarina E-volutione11
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Allgemein setzt sich bei den E-Bikes der Trend zum Mittelmotor fort. Parallel werden immer leistungsfähigere und reichweitenstärkere Batterien montiert. Bosch hat kürzlich seine Performance-Line-CX-Motoren zudem fit für einen doppelten Akkupack gemacht, was neue Reichweiten erlaubt.

Ein weiterer Trend betrifft die Unterbringung des Akkus. Gepäckträger sind out, zunehmend wird der Speicher elegant in den Rahmen integriert. Ein Beispiel für eine besonders gelungene Integration hat Pininfarina mit dem E-Voluzione vorgestellt, das im Mai 2017 auf den Markt kommen soll.

Kalkhoff Integrale Brooks Edition
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Vor allem im Bereich der hochwertigen City- und Tourenräder kündigen sich für das Modelljahr 2017 einige Neuheiten an. Dem Trend nach edlen E-Rädern trägt Kalkhoff seit einiger Zeit mit der Integrale-Serie Rechnung. Neue Mitglieder der Familie sind die Modelle Edition Silver und Brooks. Zur Wahl stehen Kettenschaltung oder Riemenantrieb mit Nabengetriebe.

Kalkhoff Integrale Limited Silver
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Beide Kalkhoff Integrale-Modelle sind mit dem Impulse-Evo-Antrieb (Mittelmotor, 250 Watt) ausgestattet. Die Reichweite mit dem schick im Unterrohr integrierten 17-Ah-Akku soll etwa 200 Kilometer betragen.

Die Edel-Bikes sind mit Bordcomputer, Navigator und einem Ultra-Modus für Extra-Beschleunigung ausgerüstet. Die Preise starten bei etwa 4.500 Euro.

Riese & Müller Delite GT Dualbat
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Preislich auf ähnlichem Niveau bewegt sich das Delite von Riese & Müller, das in nunmehr dritter Generation an den Start geht. Das von einem Bosch-Mittelmotor getriebene Tourenbike ist weiterhin in 25- oder 45-km/h-Versionen zu haben.

Der Kunde kann zwischen fünf Ausstattungsvarianten mit Kettenschaltung, Nabenschaltung oder Automatik wählen. Das mindestens 23 Kilogramm schwere, vollgefederte E-Bike, bei dem praktischerweise auch der Gepäckträger mitgefedert ist, soll mindestens 4.800 Euro kosten.

Winora Yakun Urban
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Für viele Transport-Szenarien gerüstet ist Stadt-Pedelec Yakun Urban von Winora. Das mindestens 3.300 Euro teure E-Fahrrad bietet einen elegant integrierten und schlanken Gepäckträger mit solider Aufnahme für speziell abgestimmte Fahrradtaschen sowie eine festmontierte Anhängerkupplung. Beim Wocheneinkauf kann der Yakun-Nutzer getrost sein Auto stehen lassen.

Koga E-Xite
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Preislich auf ähnlichem Niveau bewegt sich das neue Stadt-Pedelec E-Xite von Koga. In einer ungefederten Variante bietet es eine Karbongabel sowie eine Zehngang-Kettenschaltung, Scheibenbremsen und Boschs zugstarken CX-Motor.

Etwas komfortabler ausgelegt ist das E-Xite N8 mit Federgabel, Achtgang-Nabenschaltung, hydraulischen Felgenbremsen sowie dem Active-Line-Antrieb ebenfalls von Bosch. Beide Modelle sind ab Frühjahr 2017 mit Diamant- oder Mixte-Rahmen ab 3.400 Euro erhältlich.

Flyer Uproc
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Eine schnelle Alternative ist die neue U-Serie von Flyer. Das City-S-Pedelec (45 km/h) soll in der Welt der Zweitwagen wildern. Als Neuheit bietet es die Flyer Intelligent Technology (FIT), die direkt in den Panasonic-Mittelmotor ein automatisch oder manuell schaltbares Zweiganggetriebe integriert.

Weitere Besonderheiten sind ein 3,5-Zoll-Display am Lenker sowie eine elektrisch gesteuerte Bedieneinheit für die untereinander kommunizierenden Elemente Motor, Getriebe und Licht.

Allein im Jahr 2016 stiegen die Verkäufe im Jahr 2016 laut einer Studie des IFH Köln um 17,8 Prozent. Deutschland ist vor den Niederlanden und Belgien der wichtigste europäische Markt für die elektrischen Fahrräder. „E-Bikes sind und bleiben ein unheimlich starkes Zugpferd für den Fahrradmarkt", sagt Uwe Krüger, Senior Consultant am IFH Köln.

Doch mit dem Erfolg steige auch die Abhängigkeit der Hersteller vom neuen Segment. „Das birgt eine vergleichsweise hohe Rückschlaggefahr, da das Marktwachstum nur auf einem – wenn auch aktuell sehr stabilem – Fundament ruht“, so Krüger. Die Angst, dass die neue Konkurrenz aus China der Branche das hoffnungsvolle Wachstumssegment streitig machen könnte, treibt die Fahrradhersteller um.

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3 Kommentare zu "Dumpingstrategie: Protest gegen billige E-Bikes aus China "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Frage ist doch: Sind die Räder nur billig oder sind sie preiswert (=ihren Preis wert)?
    Bevor hier prostestiert wird, sollte man die Räder erst einmal ausgiebig testen!
    Vielleicht sind sie ja wirklich nur billig.

  • Fahrräder sollten in Europa auch nicht mehr gebaut werden, China braucht auch dieses Gewerbe und jede europäische Regierung sollte diesen Wunsch höchst devot berücksichtigen. Ich meine, das Erzeugen von Kienspänen sollte für den Lebens-Standard der Europäer ausreichen.


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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